Ernährung

Keine Schokolade für Naschkatzen

Keine Schokolade für Naschkatzen | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Die Weihnachtszeit naht und mit ihr auch wieder die Zeit der Völlereien und Nacherien. Doch was für uns Menschen ein Genuß ist, kann für unsere Haustiere tödlich enden. Denn Schokolade enthält Theobromin, was dem Koffein ähnelt und eine milde und dauerhaft anregende sowie stimmungsaufhellende Wirkung hat.Es handelt sich um ein basisches Alkaloid, das in reiner Form als Kristall vorliegt und bitter schmeckt (daher der bitterere Geschmack von dunkler Schokolade). Der in Scholodade enthaltene Anteil von ein bis drei Prozent(je dunkler die Schokolade, desto höher) ist für Menschen völlig unbedenklich.

Für Katzen kann dieser Anteil aber schnell gefährlich werden, da Theobromin durch den Stoffwechsel der Katze nur langsam abgebaut wird, so dass es zu Vergiftungserscheinungen.

Wie viel Schokolade kann töten?

Dem Institut für Vertinärpharmakologie und – toxikologie der Schweiz zufolge beträgt die minimal letale (=tödliche) Dosis von Theobromin 100 mg/kg beim Hund, die orale LD50 liegt im Bereich von 250-500 mg/kg, das heißt das bei dieser Dosierung 50% der Tiere sterben.

Dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil kann bis zu 630 mg Theobromin pro 100 g enthalten, so dass ein kleiner Hund nach dem Verzehr von zwei Tafeln dunkler Schokolade bereits Theobromin in letaler Dosis zu sich genommen hat. Der LD 50- Wert bei Katzen liegt bei ca. 200 mg/kg (Sutton, 1981 nach S. Koppes, 2007, Untersuchung zur Pharmakokinetik der Methylxanthine Theophyllin und Theobromin hinsichtlich der Dopingrelevanz beim Pferd).

Der Gehalt an Theobromin in verschiedenen Produkten ist wie folgt: Kakaopulver 14-20 mg/g, Milchschokolade 1.5-2 mg/g, dunkle Schokolade 5 mg/g, Kochschokolade 15 mg/g. Das bedeutet, dass für einen kleinen bis mittleren Hund ein einzige Tafel Schokolade bereits tödlich sein kann. Weiße Schokolade enthält praktisch kein Theoromin. (Quelle: Vertinärpharmakologie und – toxikologie der Schweiz)

Was bewirkt das Theobromin?

Theobromin führt zur Relaxation (Entspannung) der glatten Muskulatur (die Muskulatur der inneren Orange, im Gegensatz zur gestreiften Muskulatur unserer Skelettmuskeln). Vorwiegend wirkt sich Theobromin auf die Bronchien aus, aber auch in den Gefässen, was zu einer Erweiterung von Bronchien und Gefäßen führt. Zudem wirkt es stimulierend auf das zentrale Nervensystem und den Herzmuskel und fördert in den Nieren die Entwässerung.

Nach ca. 1-4 Stunden werden die ersten Symptome einer Theobrominvergiftung sichtbar. Folgende Symptome können auftreten:

  • Allgemeinzustand: Unruhe, Erregung, Hyperthermie (erhöhte Temeperatur), Ataxie (Bewegungsstörungen), Schwäche
  • Nervensystem: Krämpfe, Tremor (Zittern), Hyperästhesie (Berührungsempfindlichkeit), Hyperreflexie (gesteigerte Reflexe)
  • Oberer Gastrointestinaltrakt: Erbrechen
  • Unterer Gastrointestinaltrakt: Durchfall, Abdominalschmerzen
  • Respirationstrakt/Atmung: Atemstillstand, Tachypnoe (erhöhte Atemfrequenz), Dyspnoe (Atemnot)
  • Herz, Kreislauf: Tachykardie (Herzrasen), Herzarrhythmien, ventrikuläre Extrasystolen (Unregelmäßigkeiten in der Herzbewegung), Herzstillstand
  • Harntrakt: Polyurie (erhöhte Urinausscheidung), Diurese, Inkontinenz

Was kann man tun?

Bei einem Verzehr von bedeutenden Mengen Schokolade (siehe oben), spätestens aber nach dem Auftreten erster Symptome muss die Katze unbedingt sofort tierärztlich versorgt werden. Notfallmaßnahmen bestehen in einer Stabilisierung von Kreislauf und Atmung sowie Kontrolle der Krämpfe. Mit Aktivkohle oder Glaubersalz bzw. Magenspülungen kann eine Entgiftung eingeleitet werden. Außerdem müssen Körpertemperatur und Herschlag kontrolliert werden.

Warum fressen Katzen überhaupt Schokolade?

In Studien konnten zuverlässige Belege dafür gefunden werden, dass Katzen süßen Geschmack nicht wahrnehmen können, da ihnen das Gen für die Ausbildung eines Geschmacksrezeptors fehlen. Der süße Geschmack der Schokolade kann es also nicht sein, der Katzen naschen lässt. Nehmen dem hohen Anteil an Zucker hat Schokolade aber auch einen sehr hohen Fettgehalt, der für unsere Stubentiger sehr verlockend ist, da er eine hohe Energiezufuhr verspricht.

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Das Bild „Die Katze läßt das Mausen nicht“ wurde von alfora bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

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Kathrin

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