Gesundheit

Weihnachtsstern – giftig oder nicht?

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Verfasst von Kathrin

Die Meinungen und Ratschläge gehen leider ziemlich auseinander, wenn es um die potentielle Giftigkeit des Weihnachtsstern ( (Euphorbia pulcherrima auch Adventsstern, Christstern oder Poinsettie) geht. Während es auf der einen Seite heißt „Achtung, giftig!“ findet man an anderen Stellen Informationen wie „Besonders in der Vorweihnachtszeit sorgt das Gerücht vom giftigen Weihnachtsstern regelmäßig für Verunsicherung. …“ (Quelle: Weserblatt) und „Den Weihnachtsstern als giftige Zimmerpflanze darzustellen ist aus Sicht der Weihnachtsstern-Züchter jedoch irreführend“ (Quelle: Stars for Europe).

Aber was stimmt denn nun? Kann man als Katzenhalter ohne Bedenken einen Weihnachtsstern in die Wohnung stellen oder muss man Angst um das Wohl seines Lieblings haben?

Leider ist die Antwort nicht so einfach. Fakt ist, dass vor allem die wilde Form des Weihnachststens wie viele Wolfsmilchgewächse giftige Diterpene enthält, die hautreizende Eigenschaften haben.

Die Informationszentrale gegen Vergiftung der Universität Bonn schreibt dazu:

Der Milchsaft soll nach Literaturangaben stark reizende Diterpene enthalten. Diese fanden sich jedoch nur in der Wildform der Pflanze. In den handelsüblichen Zuchtformen konnten diese hautreizenden Stoffe nach neueren Angaben nicht nachgewiesen werden.

Frohne und Pfänder in ihrem grundlegenden Handbuch „Giftpflanzen“ für Ärzte, Apotheker, Toxikologen und Biologen (5., neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2004):

Eine ganze Reihe von Euphorbien und anderen Gattungen der Wolfsmilchgewächse sind als dekorativer Zimmerschmuck (…) weit verbreitet und häufig Anlass zu toxikologischer Beratung. Sicherlich kann allgemein empfohlen werden, eine gewisse Vorsicht im Umgang mit diesen Gewächsen walten zu lassen und sie vor allem dem Zugriff kleiner Kinder zu entziehen. Allerdings scheinen gerade durch die Kultivierung einige der Arten weniger gefährlich zu sein, als zunächst vermutet. (zitiert nach Stars for Europe).

Der zur Adventszeit in vielen Haushalten anzutreffende Weihnachtsstern (Poinsettie, Euphorbia pulcherrima) ist hierfür ein gutes Beispiel. Die Mehrzahl der in der Literatur aufzufindenden Angaben zur Toxizität dieser Pflanze geht auf ein Gerücht (…) zurück, dass im Jahre 1919 das 2-jährige Kind eines Armeeoffiziers in Fort Shafter, Hawaii, nach Verzehr einiger Blätter verstarb. (…).

Demgegenüber stehen ausführliche Untersuchungen mehrerer Arbeitsgruppen, aus denen sich zusammengefasst folgendes Bild ergibt: „In der Pflanze konnten weder toxische Diterpene noch andere Verbindungen nachgewiesen werden, die für eine starke Giftwirkung in Frage kämen.
„Bei Verfütterung der frischen oder getrockneten Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Milchsaft, Stängel) an Ratten und Mäuse traten weder irgendwelche Symptome noch Veränderungen im Verhalten oder Gewicht der Versuchstiere auf, selbst bei maximalen Dosen von 25 g Frischmaterial pro kg Körpergewicht. (…)

Auch die Erfahrungen der Tox.-Info.-Zentren sprechen eher für die Harmlosigkeit der Pflanze. (…)

Die Pharmazeutische Zeitung berichtet:

Der Weihnachtsstern enthält den für die Wolfsmilchgewächse typischen weißen Milchsaft. Dieser ist aber laut Giftinformationszentrale nicht stark reizend und nur gering giftig. In allen Zuchtformen des Weihnachtssterns sind die schädlichen Diterpenester nicht mehr vorhanden.

Obwohl auf Java die jungen Blätter als Gemüse gelten, ist vom Verzehr abzuraten. Der Milchsaft und die Blätter des Weihnachtssterns sollen leicht bitter (ohne Nachgeschmack) und nicht brennend schmecken. Etwa ab der Einnahme von ein bis zwei Blättern kann es zu Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen. Bisher sind nur bei Kleintieren vereinzelt schwerwiegende Verläufe beschrieben worden. Als Therapie wird empfohlen, reichlich zu trinken, bei größeren Mengen auch Kohle einzunehmen und gegebenenfalls einen Arzt aufzusuchen.

Trotz aller entwarnender Meldung sollte man also Vorsicht walten lassen. Das Institut für Verterinärpharmakologie und -toxikolgie der Schweiz berichtet nämlich die folgenden klinischen Symptome:

Meist geringe Gastroenteritis mit Vomitus, evt. Hypothermie, Zittern, Lungenödem
Ein 20 kg schwerer Hund zeigte nach Konsum von max. 3 Blättern 2 Tage lang Vomitus und Inappetenz. Es ist nur ein letaler Fall eines älteren Hundes bekannt, der nach Aufnahme der Pflanze Vomitus, Nierenversagen und Koma zeigte und schliesslich verstarb.
Dem Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum in Zürich wurde 1997 der folgende Fall einer Katze gemeldet: 1 Stunde nach Giftaufnahme mehrmaliger Vomitus, Puls 200/min., Körpertemperatur 34.4°C, Apathie, Ataxie, verzögerte Reflexe, Mydriasis, Salivation. Exitus ca. 10 Stunden nach Giftaufnahme.

Keine Gefahr: Weihnachtsstern aus Filz

Keine Gefahr: Weihnachtsstern aus Filz

Bildnachweis:

  1. Frank Vincentz Permission: GFDL (self made)
  2. Photo by Scott Bauer. Image Number K7244-2

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Kathrin

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