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Unverzichtbar: der Kratzbaum

Unverzichtbar: der Kratzbaum | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Kratzbäume sind für Katzen ein unverzichtbares Möbelstück – auch wenn der Kratzbaum nicht unbedingt immer die Zier des Hauses ist. Denn selbst die schönsten Stücke leiden nach einiger Zeit unter den krallenbewährten Attacken unserer Stubentiger. Der Kratzbaum erfüllt für die Katze mehrere wichtige Funktionen. Die erste und offensichtlichste ist wohl, dass er ihr die Möglichkeit bietet, ihre Krallen zu wetzen.

Anders als häufig vermutet wird, schärft die Katze ihre Krallen dabei aber nicht so, wie wir ein Messer durch Schleifen schärfen würden. Katzenkrallen bestehen wie unsere menschlichen Fingernägel aus mehreren übereinander liegenden Hornschichten. Bei der Katze bildet die oberste Hornschicht die Spitze der Kralle. Wenn die Kralle wächst und die Spitze nach und nach stumpfer wird, streift die Katze die obere Hornschicht ab und darunter kommt eine frische Hornschicht mit neuer, scharfer Spitze zum Vorschein. Einige Katzen streifen sich die Hornschicht ab, indem sie auf den Krallen herum beißen. Aber die effektivste und bevorzugteste Methode ist, die Hornschicht durch Kratzen an rauhen Oberflächen abzuziehen. Wenn man genau hinschaut findet man die Nagelhülsen am Boden unter dem Kratzbaumstamm

Eine weitere Funktion des Kratzbaumes ist, dass die Katze an ihm ihr Revier markieren kann. Zwischen den Zehenballen der Katze befinden sich Drüsen, die Pheromone absondern – Duftstoffe, die Katzen in der Kommunikation einsetzten und nutzen, um ihr Revier zu markieren. Mit jedem Kratzen setzt die Katze also eine Duftmarke. Um zu verhindern, dass die Katze menschliche Einrichtungsgegenstände zum setzen ihrer Reviermarkierungen mißbraucht, sollte man ihr als „eigenes Möbelstück“ einen Kratzbaum zur Verfügung stellen.

Besonders junge Katzen nutzen den Kratzbaum auch als Zentrum ihres Spielverhaltens. Beim Herumklettern und -kratzen an den Stämmen können überschüssige Energie und eventuelle Agressionen abgebaut werden. Vor allem Wohnungskatzen haben wenig Möglichkeiten, natürliches Kletterverhalten zu zeigen. Dabei macht es der Katze nicht nur offensichtlich Spaß, an den Stämmen des Kratzbaums herumzutoben, sondern trainiert gleichzeitig auch die Muskeln und hält fit.

Gleichzeitig bietet der Kratzbaum auch eine ruhige Rückzugsmöglichkeit. Besonders die hohen Plattformen werden gerne als Ausguck genutzt und aufgesucht, wenn Mieze mal nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen möchte. Dort kann sie sich auch in Sicherheit bringen, wenn ihr auf dem Boden etwas unheimlich erscheint (z.B. der oft gehaßte Staubsauger).

Wie sieht der perfekte Kratzbaum aus?

Den für alle Katzen perfekten Kratzbaum gibt es natürlich nicht, da jede Katze und jeder Katzenmensch natürlich andere Anforderungen und Ansprüche hat. Während eine große, schwere Maine Coon besonders geräumige Höhlen und längere Stämme braucht, muss man bei älteren oder in der Beweglichkeit eingeschränkten Tieren darauf achten, dass sie auch ohne weite Sprünge von Plattform zu Plattform gelangen.

Auf jeden Fall muss der Kratzbaum standfest und stabil sein, es darf keine abstehenden oder herausragenden Nägel oder Schrauben geben (auf Heftklammern achten, mit denen häufig die Bezüge fetgetackert werden!) und keine Ritzen, in denen eine Katze sich verfangen kann. Alle Seile müssen fest angebracht sein. Wenn die Seile getackert sind, muss sicher gestellt sein, dass die Heftklammern sich nicht zu leicht lösen lassen. Auf dünne, herumhängede Bänder zum Beispiel zum Befestigen von Spielzeug sollte man lieber verzichten, da sich Katzen darin verheddern oder die Bänder abbeißen und verschlucken können.

Ansonsten sind der menschlichen Phantasie und dem kätzischen Spieltrieb kaum Grenzen gesetzt!

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Kathrin

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