Gesundheit

Zahnsteinbildung Teil 2 – Was der Tierarzt tun kann

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Verfasst von Kathrin
Dieser Artikel ist Teil 2 von 2 der Setie Zahnsteinbildung

Dieser Artikel ist Teil der Serie "Zahnsteinbildung"

Nicht nur Menschen sollten zum jährlichen Check-Up einen Zahnarzt aufsuchen – auch die Zähne unserer Stubentiger sollten unbedingt einmal im Jahr vom Tierarzt kontrolliert werden. Denn ebenso wie beim Menschen bleiben auch bei der Katze selbst bei bester Zahnpflege Ablagerungen auf den Zähnen zurück, die professionell entfernt werden müssen. Ob eine einfache Abschabung von Zahnsteinresten ausreicht oder eine komplette Zahnsanierung notwendig ist, richtet sich nach dem Allgemeinzustand des Gebisses. Spätestens dann, wenn der Zahnstein Zähne komplett überwuchert hat und schwere Entzündungen entstanden sind, ist Zähneziehen kaum mehr zu umgehen.

Plaque- und Zahnsteinentfernung

Manuelle Zahnsteinentfernung

Bei der manuellen Zahnsteinentfernung wird meist zuerst der Zahnstein mit Hilfe eine sogenannten „Scalers“ von der Zahnoberfläche entfernt. Häufig bildet der Zahnstein eine so feste Schicht, das er mit den richtigen Handgriffen relativ leicht abgesprengt werden kann. Dünnere Beläge können mit dem Scaler auch abgeschabt werden. Haben sich auch unterhalb des Zahnfleischrandes Ablagerungen gebildet, müssen auch diese entfernt werden.

 

Der Vorteil der manuellen Zahnsteinentfernung besteht darin, dass sie unter Umständen auch ohne Narkose durchgeführt werden kann. Gerade bei Tieren, für die eine Narkose zu belastend wäre (z.B. bei Herzerkrankungen) ist so zumindest eine oberflächliche Zahnreinigung möglich. Außerdem kann es bei der manuellen Zahnsteinentfernung anders als bei der maschinellen nicht zur Zerstörung von Zahnschmelz und Überhitzungen des Zahnmarks kommen. Ein Nachteil besteht sicherlich in dem deutlich höheren Zeitaufwand.

Maschinelle Zahnsteinentfernung

Für die maschinelle Zahnreinigung stehen verschiedene Geräte zur Verfügung, die nach unterschiedlichen Mechanismen arbeiten und die verschiedene Vor- und Nachteile haben. Sehr gebräuchlich sind ultraschallbetriebene Geräte, die allerdings enorm hohe Temperaturen (bis 360° C) erreichen und dadurch Zahnschmelz und -mark beschädigen können.

Von Vorteil ist, dass die Reinigung mittels Ultraschall schneller geht als eine manuelle Zahnsteinentfernung mit dem Scaler. Allerdings ist bei einer derartigen Behandlung eigentlich immer eine Narkose notwendig.

Politur

Nach der Entfernung des Zahnsteins sollte eine Politur aufgetragen werden, die der Neubildung von Zahnstein entgegen wirkt.

Spülung

Reste von Politur und Zahnstein sollten nach der Behandlung mit einer Spülung entfernt werden. Das kann mit Wasser, Kochsalzlösung, verdünnter Chlorhexidin-Lösung oder Fluoridlösung erfolgen.

Fluoridierung

Flourid dient der Remineralisierung der Zähne. Es härtet die Zahnoberfläche, schützt den Zahnschmelz, beugt Plaquebakterien vor und vermindert die Empfindlichkeit der Zähne. Außerdem soll es vorbeugend gegen Feline Ondoklastische Resorptive Läsionen (FORL) wirken.

Literatur

Hauptquellen

Katrin Elsbett (2004). Untersuchungen zum Einfluss von Vitamin C und Epigallocatechin Gallat in Kombination mit Lactoferrin auf die Zahngesundheit bei der Katze. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der tiermedizinischen Doktorwürde der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Online unter http://edoc.ub.uni-muenchen.de/2786/1/Elsbett_Katrin.pdf

Sonja Gorissen (2004). Der Einsatz von Lactoferrin und Epigallocatechingallat in der Prophylaxe parodontaler Erkrankungen der Katze. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der tiermedizinischen Doktorwürde der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Online unter http://edoc.ub.uni-muenchen.de/2596/1/Gorissen_Sonja.pdf

Das Bild „Cagney Brushes Teeth“ wurde von lovingshiva bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

Das Bild „Dental Scaler“ wurde Haragayato bei Wikipedia unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

Kathrin

3 Kommentare

  • Hallo Bernd,

    sicherlich lassen sich das nicht alle Katzen „einfach so“ gefallen…daher wird in den aller meisten Fällen eine Zahnsteinbehandlung auch unter Narkose durchgeführt. Auch wenn man der Katze dann sicherlich keine jährliche Kontrolle antun möchte: Alle paar Jahre sollte der Tierarzt auch mal da nachschauen und wenn nötig die entsprechenden Behandlungen vornehmen.

    Ich habe es nach Jahren (!) sogar geschafft, meinem Imotep – der ja völlig verwildert und mit Panikstörung eingefangen wurde – die Zähne zu kontrollieren. OK, er hatte nur noch zwei, aber auch da sammelte sich Zahnstein, den ich alle paar Monate mal selbser abgekratzt habe.

    Wichtig ist nur, dass man die Zähne nicht vergißt..

    Liebe Grüße

    die Eli

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