Gesundheit

Krebserkrankungen bei der Katze – Mastenzellentumor

Krebserkrankungen bei der Katze - Mastenzellentumor | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Was sind Mastzellen?

Mastzellen sind Zellen der körpereigenen Abwehr. Sie kommen im gesamten Körper vor allem im Bindegewebe, in den Schleimhäuten von Darm und Atemwegen sowie in der Lederhaut vor. Eine wichtige Rolle spielen die Mastzellen auch bei allergischen Reaktionen vom Typ 1, zu denen allergischer Schnupfen, Asthma, Nesselsucht und allergischer Schock zählen. Sie tragen die zunächst beim Erstkontakt von Plasmazellen gebildeten IgE-Antikörper auf ihrer Oberfläche und schütten bei Kontakt mit Allergenen Histamin aus. Histmin löst die typischen Symptome der oben beschriebnen allergischen Reaktionen aus. Darüber hinaus spielt es auch eine Rolle bei Entzündungen und Verbrennungen (juckreizauslösend), ist an der Magensäureproduktion und Regulation der Magen-Darm-Bewegungen beteiligt, wirkt kontraktierend auf größere und erweiterend auf kleiner Blutgefäße und kann Erbrechen auslösen.

Die Lokalisation, Zusammensetzung und Funktion von Mastzellen unterscheidet sich allerdings zwischen einzelnen Tierarten. Bei den Mastzellentumoren der Katze spielen vor allem die Botenstoffe Heparin und das bereits erwähnte Histamin eine Rolle 2.

Was ist ein Mastzellentumor?

Ein Mastzellentumor besteht aus einer krankhaften Vermehrung von Mastzellen. Das Erscheinungsbild von Mastzellentumoren kann äußerst unterschiedlich sein. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Formen von Mastzellentumoren.

Kutane Mastzellentumore

Auf der Haut befindliche Mastzellentumore werden als kutan bezeichnet (von lat. cutis = die Haut, „die Haut betreffend“). Typische kutane Mastzellentumore bei Katzen sind ca. 0,5 – 3 cm groß und erscheinen weiß oder rötlich. Oft werden sie als reiskornartig beschrieben. Es treten aber auch belagartige Tumore oder Tumore in From kleiner Knötchen unter der Haut auf. In ca. 20% der Fälle treten mehrer Tumore zusammen auf. Bei einem Viertel der Tiere kommt es zur Bildung von Geschwüren. Teilweise ist die Haut über dem tumor intakt, manchmal haarlos oder sogar blutig. Für Katzen typische betroffene Stellen sind Kopf und Nacken, wobei am Kopf meist die Basis der Orhmuschel betroffenen ist. In selteneren Fällen treten die Tumore auch in der Mundhöhle auf 2.

Intestinale / viszerale Mastzellentumore

Eine andere Form des Mastzellentumors, die sich bei der Katze eigenständig entwickeln kann, betrifft die inneren Organe, vor allem Darm, Leber, Milz und Lymphknoten im Bauchraum (daher intestitnal oder viszeral, „die Eingeweise betreffend“). Eine Besonderheit stellt die Milzform des Mastzellentumors dar, da hierbei oft auch das Knochenmark mitbetroffen ist. Dann kommt es zu einer Mastozytose oder Mastzellenleukose 1. Katzen mit intestinalen Mastzellentumoren leiden je nach betroffenen Organen unter häufigem Erbrechen und Gewichtsverlust. Auch Blutarmut, Blutergüsse in Körperhöhlen und Mattigkeit können auftreten.

Wie stellt man Mastzellentumor fest?

Mastzellentumore lassen sich mit Hilfe einer Biopsie, bei der betroffenens Gewebe entnommen wird, erkennen. Teilweise sind dabei aber Spezialfärnungen notwendig, um die Strukturen der Mastzellen im Mirkospkop sichtbar zu machen 1. Eine Verwechselungsgefahr besteht mit dem eosinophilen Granulom, da Mastzellen eosinophyle Granulozyten anlocken 1.

Wie häufig kommen Mastzellentumore bei Katzen vor?

Auch wenn Mastzellentumore bei Katzen nicht so häufig vorkommen wie bei Hunden, handelt es sich um die zweithäufigste Hauttumorart bei Katzen, von der vor allem Siamkatzen betroffen sind 1. Dies läßt vermuten, dass es eine erbliche Veranlagung zur Bildung von Mastzellentumoren gibt.

Die Häufigkeit, mit der Mastzellentumore auftreten, scheint von Land zu Land unterschiedlich zu sein 2. Das typische Erkrankungsalter liegt je nach Form bei acht bis 13 Jahren, wobei bestimmten Formen des Mastzellentumors aber auch besonders bei jungen Siamkatzen (unter vier Jahre) zu beobachten sind 2. Die vizerale Form des Mastzellentumors kommt bei Katzen häufiger vor als bei Hunden (Studien berichten von bis zu 50% Anteil). Die Milzform stellt die häufigste Form des Muilztumors bei Katzen (ca. 15%) dar, der intestinale Mastzellentumor ist bei Katzen der dritthäufigste Darmtumor.

Was löst einen Mastzellentumor aus?

Ein gehäuftes Auftreten von Mastzellentumoren bei Siamkatzen legt die Vermutung nahe, dass es eine genetische Prädisposition für deren Ausbildung gibt. Ursachen für den Ausbruch sind bisher aber noch nicht bekannt. Zusammenhänge mit FelV, FIV oder FIP sind nicht bekannt und konnten bisher nicht gezeigt werden.

Welche Risiken bestehen bei Mastzellentumoren?

Die meisten Mastzellentumore bei der Katze sind gutartig, das heißt sie wachsen langsam, sind gut abgrenzbar und gut differenzierbar und bilden keine Metastasen. Sie verdrängen zwar umliegendes Gewebe, durchwachsen es aber nicht wie bösartige Tumore. Allerdings können auch Mastzellentumore plötzlich schnell wachsen und Metastasen bilden und so in andere Bereich streuen. Die Hauptgefahr bei Mastzellentumoren besteht darin, dass es aufgrund der vermehrten Anzahl von Mastzellen bei Kontakt mit einer allergieauslösenden Substanz durch die Ausschüttung großer Mengen Histamin zu einem allergischen Schock kommen kann.

Wie kann man Mastzellentumore behandeln?

Bei kutanen Mastzellentumoren ist eine großflächige Entfernung des betroffenen Gewebes möglich. Hierbei ist zu beachten, dass meist eine Fläche von mehreren Zentimetern um den Tumor herum entfernt werden muss, da die Tumore „Ableger“ bildern können (multiple Tumore). In Fällen, bei denen eine derartige Operation nicht möglich ist, hat sich eine Behandlung mit Prednisolon, einem Kortisonpräparat, an. In einigen Fällen reicht eine Behandlung mit diesem Mittel aus, um Mastzellentumore verschwinden zu lassen. Hilft eine Behandlung mit Prednisolon nicht, kann auch eine Chemotherapie oder Strahlenbehandlung versucht werden.

Literatur

  1. Literaturübersicht, Dissertation FU-Berlin [PDF]
  2. Mastzelltumoren bei der Katze [PDF]

Das Bild „Little Alien Head“ wurde von „Living in Monrovia“ bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

Über den Autor

Kathrin

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