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ABC, die Katze lief im Schnee – die Snowshoe

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Verfasst von Kathrin

…und als sie dann nach Hause kam, da hatt´ sie weiße Stiefel an, o jemine, o jemine, die Katze lief im Schnee.

Dieses alte Kinderlied scheint wie gemacht für die Snowshoe, eine Katze im „Siam“-Kleid mit weißer Blesse, Lätzchen und weißen Pfötchen – den „Schneeschuhen“ (=Snowshoes auf Englisch), die dieser Rasse den Namen gaben. Aber so wie ein Point noch lange keine Siamkatze ausmacht, ist nicht jede Katze mit Point und weißen Abzeichen eine Snowshoe.

Gerade in letzter Zeit tauchen auf vielen Tiervermittlungsseiten Katzen unter der Bezeichnung Snowshoe oder snowshoe-Mix auf. Beispielhaft habe ich hier zwei Seiten zitiert. Der erste Screenshot stammt vom Zerg-Portal, der zweite vom Tierheim Aachen.

Dieses alte Kinderlied scheint wie gemacht für die Snowshoe, eine Katze im "Siam"-Kleid mit weißer Blesse, Lätzchen und weißen Pfötchen.

Aber sind das wirklich Katzen der Rasse Snowshoe? Was ist das überhaupt für eine Rasse? Und was macht eine „echte“ Snowshoe aus?

Enstehung in den USA

Bereits auf einer alten viktorianischen Fotografie eines Wurfes reinrassiger Siam-Kitten ist ein Kitten mit weißen Füßen dargestellt. Noch weiter zurück datiert eine japanische Seidenmalerei, die eine ähnliche Katze darstellt. Katzen mit Point und weißen Abzeichen kamen also schon sehr früh vor. Mit „Point“ wird dabei die vor allem für Siamkatzen als charakteristisch angesehene Zeichung mit weiß-cremefarbenem Körper und dunklerem Gesicht, Schwanz und Extremitäten bezeichnet.

Bereits in den 1950er Jahren gab es erste Versuche unter dem Namen der Cattery Silver Laces, eine moderate Siamkatze mit weißen Füßen zu züchten. Als Begründerin der Rasse gilt allerdings die Siamkatzen-Züchterin Dorothy Hinds-Daugherty aus Philadelphia, USA, die auch den Namen „Snowshoe“ prägte. In einem Wurf in ihrer Cattery Kensington entdeckte sie drei Kitten mit weißen Würfen. Durch gezielte Kreuzungen mit American Shorthairs und Rückverpaarungen mit Siamesen festigte Hinds-Daughtery die angestrebte Weißverteilung der Snowshoe mit dem umgedrehten „V“ im Gesicht und den weißen Pfoten und erhilet gleichzeitig das auf ein rezessives Gen zurückgehend Point. In den 1960er Jahren erarbeitet sie einen einfachen Standard und begann, Snowsoes auf Ausstellungen zu zeigen. Auf wurde die Rasse schließlich vom Zuchtverband auf Ausstellungen anerkannt (Status „Exhibition Only“).

Vikki Olander von der Cattery Fur-Lo gelang es schließlich, einen ausgefeilten Standard zu definieren und die Snowshoe bei den Zuchtverbänden CFF und ACA im Jahr 1974 zumindest als experimentelle Rasse anerkennen zu lassen. Allerdings sank zwischen den ersten Zuchtbemühungen von Dorothy Hinds-Daugherty um 1960 und den Erfolgen von Vikki Olander 1974 das Interesse an der Snowshoe immer weiter. Bis 1977 waren nur vier Snowshoe registriert worden und es erschien sicher, dass die Rasse aussterben würde.

Zu diesem Zeitpunkt kotaktierten Jim Hoffmann und Georgia Kuhnell unabhängig von einander die CFF, um Informationen über die Snowshoe zu erhalten und wurden an Vikki Olander weiter geleitet. Das war die Rettung der Snowshoe, denn es konnten neue Züchter zur Unterstützung der Rasse gewonnen werden. Nachdem die Standards überarbeitet und Regeln zur Registrierung aufgestellt worden waren, erhielt die Snowshwoe 1982 bei der CFF den vollen Championship-Status, das heißt sie wurde vollständig anerkannt. Als diese Nachricht durch die die Fachpresse ging, wurden weitere Züchter auf die neue Rasse aufmerksam. Noch im selben Jahr wurde auch bei den Zuchtverbänden TICA und ACFA der Status einer Experimentalrasse beantragt. 1989 wurde die Snowshoe von der ACFA voll anerkannt und bereits 1990 erhielt die ersten Snowshoe den Titel Grand Champion: Grand Champion Birmack Lowansa Of Nishna im Besitz von Maia Sornson und Grand Champion Snowdancer’s Naughty Nikita Dancer im Besitz von Betty Littrell.

Geschichte in Großbritannien

Die Zucht der Snowshoe in Großbritannien begann 1986, aber 1998 war nur noch eine Züchterin übrig: Maureen Shackell. Zu diesem Zeitpunkt trat Mollie Southall dem Zuchtprogramm bei und half mit Gründung der Cattery Coldenufforsnow, die Rasse in Großbritannien zu erhalten. Sie importierte den Kater Ferry vom Friedwald aus der Zucht von Gunter und Renate Nötzig aus Deutschland und führte dem Zuchtbestand auf der Insel, der nur noch aus fünf Tieren bestand, völlig neue Linien zu. Obwohl Ferry aus Deutschland stammte, führte er zu hundert Prozent amerikanische Blutlinien. Auf der weiblichen Seite kreuzte sie mit Emerisle Blue Cinders und Cotindale Talking Point aus. Eine weitere Katze fand Mollie Southall in einem Tierheim. Da das damals nur sieben Woche alte Kätzchen, das den Namen Snowshoos Izadora (Izzy) erhielt, unbekannter Herkunft war, wurde das perfekt gezeichnete Tier bei der FIFe als „epxerimentelles Kurzhaar“ registriert und ging als neue Foundation in die Snowshoe-Zucht ein.

Die Snowshoe in Deutschland

In Deutschland wurde 1998 von Renate Nötzig beim 1. Deutschen Edelkatzenzuchtverband der Antrag auf Anerkennung der Snowshoe als Experimentalzucht gestellt. Als dieser abgelehnt wurde, wechselt Frau Nötzig an den RVDE e.V., wo die ihre Tochter gemeinsam mit Familie Heintorf unter dem Zweingernamen „Nö-Hei´s“ die Snowshoe-Zucht in Deutschland zu etablieren begannen.

Snowshoekatzen vom Zwinger schreibt:

Die Experimentalphase ist inzwischen längst abgeschlossen. In den Würfen wahren immer mehr erfolgsversprechende Tiere. Die meisten Jungtiere waren in der mitted-Variante ohne Weißanteil im Gesicht, doch die Anzahl der Jungtiere mit weiß im Gesicht nimmt immer weiter zu… Oktober 2002 übernahm Lynne Pilny von Renate Nötzig einen perfekten Kater namens „Clemens vom Friedewald“ in der Farbe sealtabbypoint mit weiß. Im Austausch bekam Renate Nötzig im Februar 2001 von ihr eine Kätzin namens „Southpoles Xshu-Xshu“, die bereits gedeckt war. Obwohl dies eine rein amerikanische Verpaarung war, war Renate Nötzig sehr erstaunt über das Ergebnis. Es kamen drei Jungtiere in der Grundfarbe mit Weiß und drei Jungtiere ohne Weißanteil, sogar ohne weiße Pfoten auf die Welt. Aus diesem Wurf ist im März 2002 ein Kater zu Miss Molly Southall übergesiedelt. Frau Renate Nötzig erhielt von ihr aus England eine Snowshoekatze, welche jedoch über die Ragdoll gezüchtet wurde. In Deutschland sind heute Tiere vorhanden, die alle Siamfarben zuzüglich Weißanteil in der Verpaarung ermöglichen. Dazu zählen Farben wie seal, blue, chocolate, lilac, red und creme, einschließlich tabby und tortie, mit und ohne umgekehrtes „V“ in der Maske.

In Deutschland kreuzten Züchter Heilige Birma, Ragdoll, Britisch Kurzhaar und Hauskatzen ein. Anders als in den USA ist bei europäischen Zuchtverbänden eine Verpaarung von Snowshoes mit Siamesen nicht erlaubt. Erst im Jahr 2004 wurde die Rasse vom größten europäischen Zuchtverband, der FIFe, anerkannt.

Und was ist jetzt mit den Snowshoes im Tierheim?

Noch immer ist die Snowshoe eine sehr seltene Rasse, die in Deutschland nur von einer Handvoll Züchter gezüchtet wird. Daher ist die Wahrscheinlichkeit, eine „echte“ Snowshoe, die auf entsrpechende Originallinien aus den USA zurückgeht, im Tierheim zu finden sehr gering. Eine Ausnahme können natürlich Zuchtauflösungen sein, woraus auch die als Snowshoe beschriebenen Tiere im Aachener Tierheim stammen. Inwiefern diese Tiere allerdings von seriösen Züchtern oder von sogenannten „Hinterhofzüchtern“ stammen, ist oft fraglich.

Aber erinnern wir uns daran, dass auch Mollie Southall in Großbritannien eine Katze unbekannter Herkunft in die Snowshoe-Zucht hat einfließen lassen, die ihre ursprünglich selbst ja auch in einer Vermischung von Siamesen mit amerikanischen Kurzhaarkatzen hat. Vor dem Hintergrund sollte man auch Tiere ohne Stammbaum nicht zu gering schätzen.

Und am Ende zählt ohnehin nicht das Papier.

Das Aussehen

Im Vergleich zur modernen Siamkatze ist die Snowshoe eher von gemäßigtem Typ und gleicht der alten viktorianischen Form mit eher apfelförmigen Kopf. Der Kopf sollte einem abgerundeten, gleiseitigen Dreieck entsprechen mit hohen Wangenknochen. Die Nase darf weder zu spitz noch zu breit sein. Die Stirn ist flach, so dass Maul und Stirn zwei deutlich unterscheidbare Ebenen bilden. Die Augen sind walnußförmig und haben ein möglichst klare, leuchtendes Blau. Der Körper der Snowshoe ist athletisch und lang, aber nicht extrem.

Das Auffälligste an der Snowshoe ist die Zeichnung, wobei in der Rassebewertung ein nicht unerheblicher Teil der möglichen Punkte für Zeichnung und Farbe vergeben wird. Eine Snowshoe ist mehr als eine Point-Katze mit weißen Abzeichen, denn ähnlich wie bei der Heiligen Birma wird eine ganz bestimmte Weißverteilung gefordert. Die ideale Zeichnung, die allerdings kaum zu erreichen ist, besteht aus einem symmetrischen umgedrehten „V“, dass zwischen den Augen durch bis zur Schnauze reicht, weißen Handschuhen an den Vorderpfoten, die nicht über die Daumenkralle hinausreichen und zwei weißen Stiefeln an den Hinterpfoten, die möglichst bis eine Fingerbreite unter das Sprunggelenk reichen.

Die Zucht der Snowshoe ist extrem schierig, da viele Gene an der Ausprägung der angestrebten Farbe beteiligt sind und das Point rezessiv vererbt wird.

Standards

TICA (PDF)

ACFA

FIFe

AACA

Literatur

ACFA „The Snowshoe“

Alpinestar´s Snowshoes „Geschichte/History“

Coldenufforsnow

Das Bild „Camping“ wurde von King Taco bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

Über den Autor

Kathrin

1 Kommentar

  • Der katze im Sack ist meine Katze, Pacino. Er ist ein stattlicher und freundlicher Junge und gutes Beispiel eines Snowshoe

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