Irgendwas ist ja immer…*seufz*
Vor zwei einhalb Wochen habe ich die dicke Signe ja mal zur Zahnsanierung geschleppt…nachdem ich breits seit Monaten immer wieder verschiedene Tierärzte auf ihr entzündetes Zahnfleisch angesprochen hatte und auch alle bisherigen Therapien mit Cortison und Antibiotika nichts gebracht hatten, war es mal an der Zeit, den Fall näher unter die Lupe zu nehmen.
Besonders eine Stelle im hinteren Backenbereich sah böse aus. Da hatte sich eine Geschulst gebildet, die manchmal starkt blutet. Und das machte mir Sorgen. Zur Recht, wie sich herausstellte, denn während mein Katzi in Narkose lage wurde gleich eine Biopsie an dem blutigen Knubbel gemacht, der anscheinend nicht so aussah wie blutige Zahnfleischenzündungsknubbel (”ulzeratives Gewebe aufgrund chronischer Gingivitis-Stomatitis”) gemeinhin aussehen. Es bestand der Verdacht auf eine Plattenepithel-Karzinom. Keine gute Nachricht, denn diese Krebsgeschüre sind in der Regel ziemlich bösartig und zerstören umliegendes Knochengewebe. Bei Signe wäre das der Unterkieferknochen. Meist sind Plattenepithel-Karzinome bei Katzen auch nur schwer operabel, da man den Tiere nicht so ohne weiteres die gesamten betroffenen Knochenpartien herausschneiden kann.
Es folgten also Tage des Wartens. Und Wartens. Und noch mehr Warten.
Gestern sind wir dann zur Tierklinik gefahren, um das Ergebnis uns persönlich mitteilen zu lassen. Telefonisch hat es leider nicht geklappt. Erstmal die gute Nachricht: Es ist kein Plattenepithel-Karziom! Dann die schlechte: Es ist auch nicht nur ein Geschwür, dass sich aufgrund der Zahnfleichentzündung gebildet hat…
Signe leidet an einem Mastzellen-Tumor Grad II. Die Mastzellen sind die Zellen im Körper, die bei einer allergischen Reaktion Histamin ausschütten und damit für die typischen körperlichen Symptome sorgen. Problematisch an Mastzellentumoren ist, dass sie plötzlich alle auf einmal so viel Histamin ausschütten können, dass es zu einem allergischen Schock kommt.
Normalerweise kommen Mastzellen entweder auf der Haut vor, können aber auch in inneren Organen auftreten. Da Signes Tumor in der Maulhöhle liegt, besteht der Verdacht, dass er in den Magen gestreut haben könnte. Das würde auch erklären, warum Signe einen so empfindliche Magen hat…
Während blutige Geschwüre im Mund schon sehr unangenehm sind, stelle ich sie mir im Magen noch viel schlimmer vor.
Momentan behandeln wir Signe mit Cortison, dass bei Mastzellentumoeren gut wirken soll. Eine Operation ist nicht besonders vielversprechend, das Mastzellentumore erheblich streuen und man in diesem Fall nicht alles betroffene Gewebe entfernen könnte.
Nun hoffen wir, dass das Cortison wirkt und Signe ansonsten möglichst lange schmerzfrei bleibt.
Warum muss eigentlich immer etwas sein mit den Katzen
Interessant ist übrigens, dass Mastzellentumore gehäuft bei Siamkatzen auftreten und daher eine genetische Prädisposition naheliegt. Wenn man sich Signes Stammbaum anschaut, kommt man zu folgendem Ergebnis:
Unter 1% der Vorfahren können nicht bis zur Foundation zurückverfolgt werden.
41,2% Kirlee
~ 12 % Siamesen!




