Pflege Verhalten

Umzug mit Katze

Umzug mit Katze | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Heute muss man flexibel sein. Die Zeiten, in denen man in der selben Stadt geboren wurde, zur Schule ging, seine Ausbildung machte, arbeitete, in Renten ging und schließlich auch begraben wurde, sind für viele Leute vorbei. Umziehen ist zu etwas Normalem geworden, was man häufiger in seinem Leben tut – auch für unsere Haustiere! Während man früher Katzen bei einem Umzug in dem Irrglauben, die Tiere würde mehr an ihrer Umgebung als an ihrem Besitzer hängen, häufig zurückließ, beziehen die meisten Katzenbesitzer ihre Schützlinge inzwischen in ihre Umzugsplanung mit ein.

Es beginnt bei der Wohnungssuche

Das beginnt meist schon bei der Wohnungssuche. Auch wenn Mieter ein Grundrecht auf die Haltung von Kleintieren haben, wird die Haltung von Katzen von einigen Vermietern immer noch untersagt. Versicherungstechnisch sind Katzen zwar als Kleintiere zu bewerten, da in der Regel durch sie verursachten Schäden durch die Haftpflichtversicherung des Besitzers getragen werden. Dennoch urteilen Richter im Streitfall aber unterschiedlich, wenn es darum geht, über die Katzenhaltung in einer Wohnung zu entscheiden. Katzen werden eben nicht wie Hamster in einem Käfig gehalten und gerade Freigänger können durchaus in der Wohnanlage für Ärger sorgen, den ein Vermieter unter Umständen vermeiden möchte. Sicherlich besteht immer die Möglichkeit, „es darauf anzulegen“ und die Haltung einer Wohnungskatze zu verschweigen. Im Zweifelsfall muss nämlich der Vermieter dieser Haltung erst einmal nachweisen – und da man ihn ohne vorherige Anmeldung nicht in die Wohnung lassen muss, kann dies für ihn schwierig werden. Ob das allerdings die besten Voraussetzungen für ein entspanntes Mietverhältnis sind, ist natürlich mehr als fraglich.

Daher sollte man schon bei der Wohnungssuche darauf achten, dass die Haltung von Katzen erlaubt ist und sie sich unter Umständen durch einen Zusatz im Mietvertrag schriftlich zusichern lassen. Auch die Anzahl seiner Stubentiger sollte man offen kommunizieren, denn ein Vermieter, der ein oder zwei Katzen toleriert muss kein Rudel von sieben Tieren zu lassen. Ich habe meine Bagage mal in einer ersten Kontakt-E-Mail über die Online-Immobilienbörse mit folgenden Worten angekündigt : „Der einzige Nachteil an mir: Ich habe sieben Katzen. Aber bevor Sie jetzt ‚Oh Gott‘ rufen, lernen Sie mich doch erst einmal kennen.“ Daraufhin habe ich den Zuschlag für meine Traumwohnung bekommen…

Hier noch einige Tipps, mit denen man einen Vermieter vielleicht überzeugen kann:

  • Von Anfang an offen sein und nicht erst bei Unterzeichnung des Mietvertrages die Tiere erwähnen.
  • In der Regel werden durch Katzen verursachte Schäden von der Haftpflichtversicherung des Beistzer abgedeckt. Das gilt auch für Schäden an Mietobjekten. Am besten überprüfen und eventuell dem Vermieter eine Kopie der Versicherungspolice zukommen lassen!
  • Wenn man bereits zur Miete wohnt, kann man vielleicht den bisherigen Vermieter als Referenz angeben.
  • Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Einfach ein paar Fotos mitnehmen und den Charm der Katzen spielen lassen, wenn es paßt.

Besser früh anfangen

Auch wenn der Umzug nach Unterschrift des Mietvertrages meist noch in weiter Ferne zu sein scheint, gibt es bereits einige Dinge,die man erledigen kann. Je nachdem, wie weit der neue Wohnort entfernt ist, muss man unter Umständen einen neuen Tierarzt finden und eventuelle eine Betreuungsmöglichkeit für die Urlaubszeit oder für den Fall, dass man auf Geschäftsreise geht. Wenn es einen in eine völlig neue, weiter entfernte Stadt verschlägt, ist guter Rat dabei oft teuer. Hilfe findet man oft in Foren im Internet (z.B. Deine Tierwelt, Tiercommunity). Ein netter Nebeneffekt ist, dass man auf diese Weise vielleicht auch gleich erste Kontakte am neuen Wohnort knüpfen kann.

Der Umzug rückt näher

Rechtzeitig vor dem Umzug sollte man kontrollieren, ob alle Transportkäfige heil und stabil sind. Bei einem größeren Rudel sollte man gut überlegen, wen man mit welcher anderen Katze am besten zur Beruhigen gemeinsam in einem Korb unterbringt und wer lieber alleine Reisen sollte. Bei meinen Katzen gibt es zum Beispiel Kombinationen, die hervorragend funktionieren und andere, bei denen garantiert Streit oder Panik ausbrechen würde. Wenn die Tiere es nicht an den Transport gewöhnt sind sollte man vor allem bei einem Umzug über längere Strecken zeitig mit dem „Üben“ beginnen. Dabei ist es durchaus empfehlenswert, mit einer Katze, die noch nie oder nur sehr selten im Auto transportiert wurde, auch mal eine halbe Stunde durch die Gegend zu fahren. Das klingt vielleicht übertrieben, kann aber so manchen Streß während des Umzugstages verhindern – sowohl bei Mensch als auch Tier! Für panische Katzen kann der Tierarzt Beruhigungstabletten verordnen. Unter Umständen können auch Bachblüten gute Dienste leisten.

Je näher der Tag des Umzuges kommt, desto mehr Dinge werden wahrscheinlich schon in Kartons verschwinden. Hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Lieblingsplätze der Katze(n) möglichst lange unangetastet bleiben. Die Kuscheldecke sollte selbstverstädnlich als Letztes im Umzugskarton verschwinden. Außerdem stellt ein Stapel mit Umzugskartons für manche Katze eine ganz besondere Herausforderung dar: Ein Abendteuerspielplatz, auf dem man Herumklettern und in dessen Höhlen man sich hervorragend verkriechen kann. Daher müssen Kartons unbedingt sicher gestapelt und gut verschlossen werden.

Am Tag des Umzugs

Das Vorgehen, das ich hier darstelle, hat sich bisher bei allen meinen Umzügen bewehrt – und davon gab es in den letzten fünf Jahren so einige. Insgesamt bin ich in dieser Zeit viermal umgezogen über Distanzen von zwölf bis 600 Kilometer mit zwei bis sieben Katzen. Bei einem Umzug war sogar eine Mieze dabei, die erst zwei Tage zuvor eine schwere Gebärmutter-OP hinter sich hatte. Leider halten sich Tiere eben nicht an vereinbarte Umzugstermine…

Es empfiehlt sich, bereits am Abend vor dem Umzug ein Zimmer völlig leer zu räumen, das dann während der Räumarbeiten nicht mehr betreten werden muss. In dieses Zimmer kommen die Katzen dann möglichst noch bevor die ersten Umzugshelfer da sind. Auf jeden Fall gehört in der Zimmer eine Katzentoilette, einige vertraute Kuschelkissen oder -decken und Wasser. Mit Futter sollte man je nachdem, wie die Katzen auf Autofahren reagieren, eher sparsam sein. Der Raum sollte abgeschlossen werden und zusätzlich ist ein Zettel mit der Aufschrift „Achtung, Katzen, nicht öffnen!“ sinnvoll. Dann wird erstmal in Ruhe umgezogen. Als Letztes sind die Katzen dran, die möglichst zügig von der alten in die neue Wohnung transportiert werden müssen. Dort kommen die Tiere erst in einen separaten abgeschlossenen Raum, in den nichts eingeräumt werden muss. Die Katzen bekommen wieder ihre Toilette und die üblichen Utensilien. Je mehr Dinge dabei sind, die nach ihnen und dem alten Zuause riechen, desto besser. Optimal ist es, auch den alten Kratzbaum in diesem Zimmer aufzustellen. Von der Idee, den Umzug gleich auch dazu zu nutzen, den alten, abgewetzten Kratzbaum durch einen neuen ersetzen, rate ich übrigens eher ab. Der Kratzbaum ist das zentrale Objekt, an dem Katzen ihr Revier markieren. Zieht er mit um, erkennen sie ein Stück Heimat wieder, das bereits deutlich ihre Duftmarken trägt.

Dann wird eingeräumt. Die Katzen sollten so lange wie möglich in ihrem separaten Zimmer bleiben, mindestens aber so lange, bis alle Umzugskisten und Möbel in der Wohnung sind und das größte Chaos beseitigt wurde. Je nachdem, wie mutig und selbsticher das Rudel ist, kann man die Katzen dann am Abend wenn alle Helfer gegangen sind bereits auf einer erste Erkundungstour schicken. Die Katzentoilette, Wasser und Futter sollten möglichst in dem Zimmer bleiben, in dem die Katzen vorher untergrbacht waren, damit kein Mißgeschick passiert, wenn sich eine scheuere Katze noch nicht zum neuen Standort der Toilette vorwagt.

Meine Katzen haben die neuen Wohnungen meist innerhalb von ein oder zwei Stunden erobert, wobei man fairer Weise sagen muss, dass da auch einige echte Umzugsexperten dabei sind. Meine Devon Rex Signe, die eigentlich eher ängstlich ist, ist schätzunsgweise schon elf Mal in ihrem Leben umgezogen und bleibt gelassen, solange ihre Mitkatzen dabei sind.

Sensiblen Tieren kann man die neue Umgebung etwas angenehmer gestalten, indem man Feliway-Duftstecker (erhältlich beim Tierarzt) verwendet, die einen Duftstoff verströmen, der dem Geischtpheromon der Katze sehr ähnlich ist und eine beruhigende Wirkung hat. Auch wenn Feliway keine Wunder bewirken wird, kann es die Umgewöhnung erleichert. Desweiteren kann man Bachblüten verwenden (z.B. Walnut). Auf jeden Fall sollte man den Katzen im der neuen Wohnung trotz allem Stress viel Aufmerksamkeit widmen und ihnen die eine oder andere Extra-Streicheleinheit gönnen. Dann steht einer glücklichen Zukubft im neuen Heim ncihts mehr im Wege…

Das Bild „Cat volume computation“ wurde von oskay bei flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

Über den Autor

Kathrin

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