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Suppenkaspar oder doch krank? Wenn die Katze nicht frißt…

Suppenkaspar oder doch krank? Wenn die Katze nicht frißt... | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Katzen gelten gemeinhin als mäkelige Fresser, die nur das Beste vom Besten zu sich nehmen. Anders als Hunde würden sie sich nie an Unrat vergreifen oder gar den Kot anderer Tiere fressen. Diese Zimperlichkeit hat rein physiologische Gründe. Anders als Hunde haben Katzen viel höhere Ansprüche an die Eiweiße, die sie aufnehmen – sie benötigen höherwertigere, leichtverdaulichere und vor allem auch mehr davon als ein Hund. Und diese hochwertigen Eiweiße finden sich eben vor allem im Muskelfleisch sowie in Innereien wie Herz und Leber. Ernährt sich die Katze von minderwertigem Futter, wird sie über kurz oder lang Mangelerscheinungen zeigen und krank werden (aus dem Grund darf man Katzen auch in keinem Fall mit Hundfutter füttern).

Nun kann sicherlich jeder Katzenbesitzer von dem Suppenkasper-Verhalten der Samtpfoten ein Lied singen. Gestern schmeckte das Trockenfutter noch und am nächsten Tag wird es nicht mehr angerührt. Oder die Dose, über die man noch begeistert hergefallen war, wird heute angeekelt ignoriert. Was ist da passiert? Und wie kann man Mieze wieder dazu bringen, mit Appetit zuzulangen?

Als aller erstes sollte man einen generellen Gesundheitscheck durchführen. Es gibt zahlreiche Erkrankungen, die der Katze den Appetit verschlagen, angefangen von einer harmlosen Magenverstimmung bis hin zu schweren Infektionskrankheiten. Besonderes Augenmerk sollte man auf Zähne, Zahnstein und Zahnfleischentzündungen, Entzündungen der Mundschleimhaut und des Rachens, geschwollene Lymphknoten am Hals, Verletzungen, eventuelle Fremdkörper im Mund, eine verschnupfte oder verstopfte Nase sowie Erbrechen und Durchfall legen. Ist das alles in Ordnung und hält die Appetitlosigkeit trotzdem länger an, ist ein gang zum Tierarzt nötig. Katzen beginnen relativ schnell, nicht nur Fett, sondern auch die Proteine der Muskeln abzubauen und kommen daher nicht lange ohne Futter aus (daher auch keine Nulldiät für Katzen). Der Tierarzt kann dann auch mithilfe von Röntgen Fremdkörper im Magen-Darm-Trakt feststellen, unter Umständen eine Endoskopie machen und anhand eines Blutbildes feststellen, ob die Katze vielleicht an einer Niereninsuffizienz oder Diabetes leidet – alles mögliche Ursachen für Appetitverlust.

Eine weitere Ursache kann sein, dass die Katze das Futter nicht mehr verträgt. Möglicherweise liegt es „schwer im Magen“, verursacht Blähungen oder sonstige Beschwerden, die uns nicht sofort auffallen. Ebenso kan es beim Wechsel auf eine neue Futtersorte zu derartigen Beschwerden kommen, gerade wann es sich um eine Futter mit anderer Eiweißqualität handelt. Auch so etwas sollte man in Betracht ziehen und beim Wechsel auf andere Futtersorten berücksichtigen. Ich durfte bezüglich der Verdauung meiner Katzen üble Erfahrungen machen, als ich sie auf eine holistisches Premiumfutter umgestellt habe, das probiotische Kulturen enthielt. Die Herrschaften fraßen es zwar mit Begeisterung, entwickelten sich aber für einige Tage zu kleinen Stinkbomben. Glücklicherweise haben sie sich dann an das Futter gewöhnt und haben jetzt eine hervorragende Veraduung.

Auch wenn bei Mieze körperlich alles in Ordnung ist, kann sie etwas belasten, dass ihr den Appetit verschlägt. Gerade auf Veränderungen der Umgebung und der täglichen Routine können Katzen verunsichert reagieren. Nach einem Umzug oder gar einem Besitzerwechsel kann es vorkommen, dass Mieze erstmal einige Tage lang nicht so gut frißt. In dem Fall sollte man erstmal dafür sorgen, dass die Katze sich wieder sicher und wohl fühlt. Dann kommt der Appetit wieder von alleine zurück.

Was aber, wenn Mieze definitiv nicht krank ist, sondern tatsächlich einfach nur rummäkelt?

Dazu ist erstmal grundsätzlich zu sagen, dass Katzen zwar hohe Ansprüche an die Qualität ihrer Nahrung haben, aber einer hungrigen Katze der Geschmack erstmal egal ist. Zwar reagieren Katzen ablehnend auf Saures, Scharfes und Bitteres und gehen teilweise sogar so weit, bei einer Maus die bittere Gallenblase auszusortieren, aber alles, was als Katzenfutter verkauft wird, dürfte rein geschmacklich nicht auf Ablehung stoßen. Eine hungrige Katze in freier Wildbahn wird nie eine Maus verschmähen, nur weil ihr der Geschmack nicht gefällt.

Leider ist es aber der modernen Futtermittelindustrie zu verdanken, dass unsere Tiere mit Hilfe von Geschmacksverstärkern und Duftstoffen auf das Futter einer bestimmten Marke geprägt werden. Ändert sich die Rezeptur oder wechselt man das Futter, kann die Katze dann schon einmal verunsichert sein, wenn der intensive Geruch oder Geschmack, an den sie bisher gewöhnt war, sich verändert hat und die Narhungsaufnahme verweigern. In der Natur handelt es sich dabei auch um ein durchaus sinnvolles Verhalten, denn wenn ein altbekanntes Futter auf einmal anders riecht oder schmeckt kann das immer hin ein Hinweis darauf sein, dass es verdorben ist. Hat man die Futtersorte gewechselt und möchte auch bei der neuen Sorte bleiben, sollte man im Laufe von einigen Tagen die Katze Schritt für Schritt an das neue Futter gewöhnen. Hat der Hersteller allerdings die Rezeptur gewechselt, bleibt einem oft nichts anderes übrig, als erstmal abzuwarten. Auf keine Fall sollte man in die Falle tappen und sich von seiner Katze dazu erziehen lassen, dass sie am Ende nur noch mit Leckerbissen gefüttert wird. Das können Katzen nämlich hervorragend!

Vielmehr sollte man die Katze erstmal auf Diät setzen. Es gibt keine Leckerchen mehr außerhalb der normalen Mahlzeiten. Auch nicht, wenn sie noch so sehr bettelt! Serviert wird nur zu den gewohnten Mahlzeiten. Bleibt das Futter auch nach einer halben Stunde weitgehend unangetastet, wird es wieder weggeräumt. Das Futter sollte danach allerdings entsorgt werden. Bei der nächsten Mahlzeit wiederholt sich das Spiel. Unter Umständen kann man zu diesen Mahlzeiten – und auch nur dann! – einige Leckerchen hinzugeben. Es hat sich auch bewährt, bei Katzen, die vorwiegend Trockenfutter bekommen, etwas Naßfutter unter die trockenen Brocken zu mischen. Aber nach einer halben Stunde wird abgeräumt.

In schweren Fällen kann man dann noch mit appetitanregenden Pasten nachhelfen – aber nur zu den Mahlzeiten! Irgendwann wird dann selbst der sturste Tiger wieder Hunger bekommen.

Das Bild „Marliamentry Cat“ wurde von Alexander Somma bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt. 

Über den Autor

Kathrin

1 Kommentar

  • Mit meiner Katze hatte ich vor kurzem das gleiche Problem: Von einen Tag auf den anderen rührte sie das Dosenfutter nicht mehr an. Es war die selbe Marke wie immer, gleicher Beutel, alles wie immer. Aber seit einem bestimmten Punkt wollte meine Mieze nur noch Trockenfutter naschen. Habe viel im Internet gesucht, was der Auslöser dafür sein könnte, aber nicht wirklich etwas gefunden.

    Ich habe auch mehrere verschiedene Nassfutter-Sorten ausprobiert, aber alle wurde links liegen gelassen.

    Jetzt hat sich die Situation zum Glück wieder etwas verbessert. Mieze frisst wieder Nassfutter. Zwar nicht so wie früher, aber immerhin 🙂

    Ich vermute mal, dass da einfach ein paar Wochen kein Interesse an Feuchtfutter bestand…

    Marlen

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