Pflege

Katzen bürsten?!? Warum es wichtig ist…

Katzen bürsten?!? Warum es wichtig ist... | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

„Katzen putzen sich doch selber, da muss man nichts tun. Bürsten ist höchstens bei langhaarigen Katzen notwendig.“ So lautet die landläufige Meinung bezüglich der Pflege von Katzen. Aber Bürsten ist mehr als nur reine Schönheitspflege und wirkt sich positiv auf die Gesundheit von Muschi & Co. aus.

Ganz oberflächlich betrachtet ist Bürsten erst einmal gut für Fell und Haut an sich. Das Fell wird glatter und geschmeidiger und die Haut durch die Massage mit der Bürste stimuliert und stärker durchblutet.

Schmutz, Staub, lose Haare und Hautschuppen werden entfernt. Der große Vorteil gerade in Zeiten des Fellwechsels ist, dass die Katze weniger Haare verschluckt, wenn sie sich selbst putzt. Je mehr loses Fell ausgebürstet wird, desto weniger landet in Miezes Magen und nachher wieder mühsam hervorgewürgt werden. Schlimmer noch: loses Fell, dass normalerweise in Form von Haarballen erbrochen wird, kann sich auch im Magen-Darm-Trakt sammeln und dort zu Problemen bis hin zum Darmverschluß führen. Also besser Fell in der Bürste als im Katzenmagen!

Zudem wird das von der Katzenhaut abgesonderte Öl durch das Bürsten im Fell verteilt. Das macht das Fell glänzend und wirkt sich positiv auf den Vitamin-D-Haushalt. Denn die colesterolhaltige, ölige Substanz, die durch das Bürsten genauso im Fell verteilt wird, bildet unter UV-Einwirkung Vitamin D, das die Katze aufnimmt, wenn sie sich putzt.

Das Bürsten bietet außerdem eine gute Gelegenheit, sich einen genauen Überblick über den gesundheitlichen Zustand der Katze zu verschaffen und quasi einen kurzen „medizinischen Check“ durchzuführen. Man erkennt relativ schnell, wenn sich Ungeziefer wie Milben, Flöhe, Läuse oder auch Zecken im Fell eingenistet haben und kann Gegenmaßnahmen ergreifen. Kleine Wunden werden schnell erkannt und können behandelt werden, bevor sie sich entzünden und es zur Bildung von Abzessen kommt, was bei Katzen relativ häufig vorkommt. Die Bürstensitzung kann man auch gleich geschickt nutzen, um Augen, Ohren und Zähne der Katze zu kontrollieren. Optimaler weise sollte man auch die Körperstellen regelmäßig pflegen. Ohren sollten vorsichtig mit einem Tuch ausgewischt werden und Rückstände an den Augen vorsichtig feucht abgewischt werden. Beläge werden mit einem rauen Tuch (Frotee eigenet sich hervorragend), besser noch mit einer Zahnbürste entfernt. Wer es sich zutraut, kann auch vorsichtig Zahnstein mit einem kleinen zahnmedizinischen Spatel abkratzen.

Neben diesen gesundheitlichen Aspekten hat das Bürsten aber auch eine soziale Rolle. Auch wenn Katzen immer noch von vielen Leuten fälschlicherweise als notorische Einzelgänger angesehen werden, denen die Gegenwart von Artgenossen bestenfalls egal ist, sind Katzen durchaus soziale Wesen. Die gegenseitige Fellpflege spielt in ihrem lockeren Gruppengefüge eine wichtige Rolle, denn das gegenseitige Putzen ist ebenso wie das sogenannte „Kontaktliegen“, also das gemeinsame Kuscheln, Ausdruck von Vertrauen, Zuneigung und Freundschaft. Dadurch, dass wir unsere Katze bürsten, signalisieren wir ihr, dass sie unser Freund ist und dass wir ihr nahe stehen. Das heißt, das Bürsten sollte eine ähnliche Rolle einnehmen wie das Streicheln.

Aber was tun, wenn die Katze sich nicht bürsten lassen mag? Gerade bei langhaarigen Vertretern kann es zu Verfilzungen kommen, die es absolut unumgägnlich machen, dem Pelz des Stubentigers ab und zu mal ordentlich zu Leibe zu rücken. Im schlimmsten Fall können Verfilzungen nämlich so schlimm werden, dass sich ganze Fellplatten von der Haut losreißen und es zu schweren Hauterkrankungen kommt. Am besten ist es natürlich, wenn man es erst gar nicht so weit kommen lässt. Denn sind die Haare erst einmal verfilzt, ist jedes Bürsten eine schmerzhafte Prozedur. Das bedeutet, dass man langhaarige Katzen schon sehr früh an regelmäßiges Bürsten gewöhnen sollten.

Dabei ist nicht nur zu beachten, dass dem Tier möglichst keine Schmerzen zugefügt werden sollten, sondern auch, dass die gegenseitige Fellpflege für die Katze eben auch Ausdruck dafür ist, in welchem Verhältnis sie zu einem Artgenossen oder in diesem Fall eben dem Menschen steht. Will die Katze sich nur ungern bürsten lassen, kann es unter Umständen auch daran liegen, dass ihr dies einen Schritt zu „intim“ ist. Gerade bei Tieren, die sich auch nicht gerne streicheln lassen, mag dies der Fall sein. Zusätzlich kann das Tier natürlich bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben und hat einfach ganz nach dem Motto von Struwelpeter nicht bürsten lassen möchte. Dann hilft nur Geduld und ruhig bleiben. Auf keinen Fall darf man laut oder aggressiv werden, auch wenn man noch so frustriert ist. Allerdings darf man schon etwas nachdrücklich vorgehen – das tun Katzen auch, wenn sie sich gegenseitig putzen. Wenn Mama-Katze zum Beispiel der Meinung ist, dass Sohnemann unbedingt noch die Ohren geputzt bekommen muss, dann hält sie ihn auch schon mal etwas kräftiger fest. Bei meinem Mutter-Sohn-Duo ist das auch jetzt noch so, wo Sohnemann bereits fünf Jahre alt ist.

Das Bild „Puuuuuuuuurrrr!“ wurde von eNil bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

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Kathrin

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