Gesundheit

Durchfall bei Katzen – Ursachen

Durchfall bei Katzen - Ursachen | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Aus gegeben Anlaß (meine Izi hat es schlimm erwischt) durfte ich mich jetzt mit den möglichen Ursachen für Durchfall-Erkrankungen bei Katzen auseinander setzen. Nachdem die Tierärztin Antibiotika verabreicht hatte, war ich mir zunächst sicher, dass damit wohl die meisten Ursachen für Durchfall in den Griff zu bekommen wären. Womit ich aber wohl falsch lag, denn es können sich erstaunlich viele Ursachen hinter Durchfall verbergen.

Akute Durchfälle

Diätfehler

Überfütterung, Aufnahme von zuviel Futter oder zu vielen Kohlenhydraten, plötzlicher Futterwechsel, längere Nahrungskarenz gefolgt von anschließender übermäßiger Futteraufnahme, zu hoher Milchzuckergehalt des Futters (Milch und Milchprodukte), absoluter oder relativer Laktasemangel, zu hohe Rohrzuckergehalte, zu fettreiches Futter, Futter mit schwerverdaulichen Kohlenhydraten (nicht aufgeschlossene Stärke, kristalline Stärke) oder Proteinen (Milz, Sehnen), verdorbenes Futter, Unrat, zu kaltes Futter).

Chemische Substanzen

Magnesiumsulfat, Schwermetalle, Insektizide, Arzneimittelunverträglichkeit (Salicylsäure, Digitalis, Ibuprofen)

Bakterielle oder virusbedingte Durchfälle

Parvoviren (Panleukopenie, „Katzenseuche“), starke, blutige Durchfälle, starke Abnahme der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), häufig Mattigkeit, Fressunlust, Dehydratation, Fieber, Nasenausfluss, Bindehautentzündung und Erbrechen. Mit dem Kot werden große Mengen hochinfektiösen Erregermaterials ausgeschieden. Behandlung: Interferone und Serum-Antikörper

Coronaviren lösen in der normalen Form Durchfälle aus, können in mutierter Form Feline Infektiöse Peritonitis verursachen. Behandlung: vorwiegend Rehydrierung, Behandlung bei FIP nicht möglich

Leptospiren, treten bei Katzen selten auf

Salmonellen, verursachen schwere Durchfallerkrankungen, Behandlung: Fluochinolone, andere Antibiotika verlängern Rekonvaleszenz und Ausscheidungsdauer.

Clostridium perfringens zählt zu den Lebensmittelvergiftern, sondert Toxine ab, die zum Absterben von Gewebe führen und akute abdominale Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Diarrhoe verursachen.

Escherichia coli, Infektionen zählen zu den häufigsten Lebensmittelvergiftungen

Campylobacter, kann in die Darmschleimhaut eindringen bzw. sich anheften und Toxine freisetzen, schleimig-wäßrige Durchfälle mit frischen Blutbeimengungen, Übelkeit und Erbrechen, Behandlung: Antibiotika, bei Hund und Katze Fluochinolone oder Tetrazykline, beim Menschen Erythromycin.

Darmparasiten

Spul-, Haken- und Peitschenwürmer, Behandlung: Mebendazol

Kokzidien, Behandlung: Kokzidiostatika

Gardien, Dünndarmparasiten, die Durchfall auslösen, Behandlung: Metronidazol (Flagyl®, Clont®), Febendazol (Panacur)

Extraintestinale Ursachen

Niereninsuffizienz, Hepatopathien, akute Pankreatitis, Hypoadrenokortizismus (Morbus Addison)

Chronische Durchfälle

Malabsorptionssyndrom

gestörte Aufnahme von Substraten aus dem Darm, sind in der Regel mit einer Gewichtsabnahme und mit gastrointestinalen Beschwerden verbunden

Chronic Inflamatory Bowl Disease (IBD)

  • durch Chronische Infektion mit Giardia, Histoplasma, Toxoplasma, Mycobacterien, Protothecose, pathogene Bakterien (Campylobacter, Salmonella, pathogene E. coli)
  • Futtermittelallergie/Futtermittelintoleranz
  • Folge anderer Grunkerkrankungen: Lymphom, Lymphangiektasie
  • Idiopathisch

Behandlungsmöglichkeiten: Diät, Antibiotika (Metronidazol, Tylosin, Doxizyklin), Glukokortikoide (Prednisolon), Zytostatika

Maldigestionssyndrom

die Nahrung kann nicht mehr oder nur unzureichend in ihre resorbierbaren Bestandteile aufgespalten werden. Ursache kann das Fehlen eines oder mehrere Enzyme oder deren Defekt sein.

exokrine Pankreasinsuffizien, Erkrankung der Bauchspeicheldrüse, die mit einer ungenügenden Produktion von Verdauungsenzymen einhergeht. Die Folge ist eine ausgeprägte Verdauungsstörung mit Gewichtsverlust oder mangelnder Gewichtszunahme. Behandlungsmöglichkeiten: Enzymsubstitution, Anitbiotika, Glukokortikoide, Zytostatika (Details siehe vetmedlabor (PDF))

Pankreatitis, Entzündung der Bauchspeicheldrüse durch Aktivierung von Pankreas-Enzymen innerhalb des Organs und damit verbundener Selbstverdauung

Spezifische Enteriden, Darmentzündungen, bei denen Zellen des Abwehrsystems in die Darmwand einwandern, jeweils benannt nach der betroffenen Zellart, z.B. eosinophile Enteritis, granulomatöse Enteritis oder lymphozytär-plasmazelluläre Enteritis, Behandlungsmöglichkeiten: Ausschlußdiät, Glukokortikoide

Literatur

VetMedNews: Diagnostisches Vorgehen bei chronischem Durchfall von Hund und Katze (PDF)

Das Bild „Zizi drinks Water“ wurde von taiyofj bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

Über den Autor

Kathrin

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