Verhalten

Unsauberkeit Teil 2 – Markierverhalten

Unsauberkeit Teil 2 - Markierverhalten | Katzencontent
Verfasst von Kathrin
Dieser Artikel ist Teil 2 von 5 der Setie Unsauberkeit

Das Problem: Die Katze uriniert nicht mehr nur im Katzenklo, sondern verteilt den Urin an markanten Stellen in der Wohnung. Nachdem krankheitsbedingte Ursachen ausgeschlossen wurden, sollte der zweite mögliche Grund für Unsauberkeit bei Katzen näher betrachtet werden: Das Markierverhalten.

Markieren ist in den vom von normalem Urinieren dadurch zu unterscheiden, dass die Katze sich nicht hinhockt, sondern mit aufrechtem Gesäß und hoch erhobenen, schnell zuckendem Schanz kleine Urinmengen meist gegen vertikal Flächen spritzt. Es gibt natürlich auch Fälle, in denen Katzen hockend auf waagerechten Flächen markieren. Aber es handelt sich eigentlich immer um geringere Mengen als beim „normalen“ Urinieren, für das in der Regel weiterhin das Katzenklo aufgesucht wird. Und häufig riecht dieser Urin auch strenger.

Anders als das sogenannte „Protestpinkeln“ steht Markieren meist in Zusammenhang mit dem kätzischen Sexualverhalten. Bei potenten Katern kann man eigentlich davon ausgehen, dass sie früher oder später anfangen, ihr Revier (= die Wohnung) zu markieren. In netten Fällen suchen wohlerzogene Zuchtkater auch dazu die Katzentoilette auf oder markieren an leicht zu reinigenden Stellen wie zum Beispiel in der Badwanne oder Dusche. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen Kater nie angefangen haben zu markieren – man sollte sich allerdings nie darauf verlassen, so ein Goldstück zu bekommen!

Doch auch dominante potente Kätzinnen können ebenso wie Kater dazu neigen, ihr Revier mit Urinmarken zu versehen. Als wir Imotep, einen unseren Notfallkater, noch unkastriert bei uns Aufnahmen, fing unsere „Oberkatze“ Izi, die damals ebenfalls noch unkastriert war, leidenschaftlich an, die gesamte Küche und das Esszimmer mit ihren Duftmarken zu versehen. Dass nicht der neue Kater, sondern die alteingesessene Katze der Übeltäter war, bemerkte ich erst beim Abwaschen. Nichts Böses ahnend stand ich an der Spüle als meine Katze hinein spazierte und mit hoch erhobenen Schwanz und vibrierendem Hintereil ihre Duftmarke an die Wand setzte.

In der Regel wirkt die Kastration des Tieres wunder und schafft sofortige Abhilfe. Wenn dies zum Beispiel bei einem Tier, dass noch in der Zucht eingesetzt werden soll, nicht möglich ist, muss man eine zeitweilige Unterbringung in einem entsprechend leicht zu reinigenden Raum in Betracht ziehen. Allerdings kann eine Isolation keine Dauerlösung sein. Mit etwas Glück schafft aber auch eine Umstrukturierung der Katzengruppe (z.B. Unterbringung in zwei getrennten Gruppen) Abhilfe, wenn ein besonders stark konkurrierendes Tier aus dem unmittelbaren Umfeld des Markierers entfernt wird. Einige Züchter ziehen ihren Kater Windeln oder sogenannte „Stud-Pants“ an und verhindern so auch ungewollte Trächtigkeiten (Anmerkung: Man sollte sich eigentlich nicht darauf verlassen, dass ein Kater nicht eine Möglichkeit findet, sich einer Windel zu entledigen!), Aber auch dies ist nicht unproblematisch, da Windeln zur Verhinderung von Wundlaufen und Infektionen häufig gewechselt werden müssen. Endgültige Abhilfe schafft nur die Kastration.

Sollte die Katze nach der Kastration weiter markieren, ist vielleicht der Hormonhaushalt noch nicht umgestellt. Mit einer Hormonspritze kann man in diesem Fall nachhelfen lassen.

Hilft auch dies nicht, handelt es sich um kein klassisches sexuell motiviertes Markierverhalten, sondern um eine Sonderform des „Protestpinkelns„.

Das Bild „Ideafix ama estar en el baño“ wurde von Ilianov bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

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Kathrin

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