Gesundheit

Rolligkeit – (fast) alles ist möglich

Rolligkeit - (fast) alles ist möglich | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

In der Regel werden weibliche Katzen im Alter von fünf bis sieben Monaten zum ersten Mal rollig. Allerdings ist der Eintritt der Geschlechtsreife bei Katzen äußert variabel. Je nach Rasse und Jahreszeit können Katzenmädchen auch schon im zarten Alter von drei Monaten zum ersten mal rollig werden oder sich auch schon mal 20 Monate Zeit lassen dafür. Gerade bei spät reifenden Katzenrassen wie der Maine Coon ist es keine Seltenheit, dass sie erst im Alter von 1,5 Jahren rollig werden.

Die Dauer einer Rolligkeit beträgt drei bis sieben Tage. Die Zeit zwischen den Rolligkeiten – der nichtovulatorische Zyklus – dauert in der Regel 14 – 21 Tage. Dabei glieder sich der Zyklus der Katze in drei Phasen: während des meist weniger als einen Tag dauernden Prooestrus bemerkt man als Besitzer höchstens eine gesteigerte Anhänglichkeit der Katze. Während dieser Zeit kommt es zu einem sprunghaften Anstieg des Östrogenspiegels. Während des Oestrus, der sechs bis sieben Tage dauert, bilden sich die Folikel heran. Während des Oestrus, der Phase des maximalen Östrogenlevels, zeigt die Katze deutliche Zeichen der Rolligkeit wie auf dem Boden Wälzen, Schreien, Harnmarkieren und eine Schwellung der Vulva. Im darauffolgenden Metoestrus sinkt der Östrogenspeiegel ab und die Folikel bilden sich zurück, wenn kein Eisprung ausgelöst und die Katze nicht erfolgreich gedeckt wurde.

Bei wildlebenden Katzen oder Katzen, die die meiste Zeit draussen leben, tritt häufig eine jahreszeitabhängiger Zylus auf. Er dauert ca. 50 Tage, beginnt 30 – 60 Tage nach der Wintersonnenwende und dauert bis Juli oder Oktober (Quelle).

Auch die größer einer Katzenkolonie und der damit verbundene soziale Druck können einen einen Einfluß auf den Zyklus der Katze haben.

Wird die Katze wiederholt nicht gedeckt kann es aufgrund einer hormonellen Überlastung zu einer sogenannten Dauerrolligkeit kommen. Hierbei sind drei Formen zu unterscheiden:

  • Fehlerhafte Funktion des Sexualzentrums im Gehirn
  • Kontinuierliches Heranwachsen von Eibläschen (Eierstockfollikeln), die einen konstant zu hohen Blutspiegel des weiblichen Sexualhormons Oestradiol zur Folge haben
  • Dauerrolligkeit ohne saisonalen Bezug, die oft auf zystische Entartung von Eibläschen zurückzuführen ist

Bei einer Dauerrolligkeit ist unbedingt eine tierärztliche Behandlung notwendig, da es ansonsten zu schweren Entzündungen kommen kann.

Um eine Dauerrolligkeit von vornherein zu verhindern, sollte man die Katze spätestens nach der ersten Rolligkeit kastrieren lassen. Hierbei ist zu beachten, das eine Kastration nicht während der Rolligkeit erfolgen kann, da in dieser Zeit die Gebärmutter besonders gut durchblutet und somit der Operationsrisiko stark erhöht ist. Bei Katzen, die noch in der Zucht eingesetzt werden sollen, kann die Rolligkeit mit entsprechenden Hormonpräparaten (Pille oder Hormonspritze) unterdrückt werden. Hierbei ist allerdings anzumerken, dass ein derartiger hormoneller Eingriff nicht immer ohne Folgen bleibt und es teilweise bei hormonell unterdrückter Rolligkeit zu Gebärmutterentzündungen kommen kann.

Auch nach einer Katration ist es noch möglich, dass eine Katze rollig wird. Dies liegt meist daran, dass während der Kastration winzige Gewebestücke in der Buchhöhle verblieben sind, die noch ausreichend Hormone produzieren. Da es kaum möglich sein wird, dieses Gewebe nachträglich ausfindig zu machen und zu entfernen, sollte die Katze zusätzlich hormonell (z.B. Spritze) behandelt werden.

Meine Eltern haben eine kastrierte Kätzin, die noch ab und zu rollig wird. Aber damit nicht genug: Sie wird nämlich dann von dem ebenfalls kastrierten Kater gedeckt.

Das Bild „Rolling in the Dirt“ wurde von Kapungo bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

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Kathrin

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