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Die Pixie-Bob – wenn eine Hauskatze scheinbar fremdgeht

Die Pixie-Bob - wenn eine Hauskatze scheinbar fremdgeht | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Wenn es um Legenden und Mysterien geht, hält die Pixie-Bob wohl den Rekord unter allen Katzenrassen. Noch immer wird von der geheimnisvollen Herkunft dieser Katzenrasse berichtet, die angeblich aus einer Mischung von Rotluchs und Hauskatze entstanden sein soll.

Die Pixie-bob ist eine einzigartige Katzenrasse mit Rotluchs-Abstammung. Auf dem nordamerikanischen Kontinent werden in allen Regionen, in denen der Rotluchs vorkommt, jeden Frühling in den Scheunen Katzenbabies geborgen, die aus wild-domestizierten Verpaarungen stammen. Das ist die legendäre Abstammung der Pixie-Bob. (Quelle: Catsinfo)

Ursprung dieser Legende sind Berichte der Züchterin Carol Ann Brewer, die die Pixie-Bob entdeckt hat. Im Frühjahr 1985 kaufte sie eine Kitten von einem Pärchen, das in der Nähe von Mount Baker wohnte. Dieser Kater war polydaktyl (vermehrte Anzahl Zehen), hatte ein getupftes Fell und einen kurzen, luxartigen Schwanz. Die Besitzer erzählten, dass das Tier von einer Paarung ihrer Hauskatze mit einer kleinen Luchsart, der Coastal Red Bobcat (Abbildung) abstamme. Sie hätten einen dieser Luchse, die etwa die Größe einer stämmigen Hauskatze haben, mit ihrer Katze kämpfen sehen. Da das Kitten rein äußerlich wie eine Mischung aus Hauskatze und Luchs erschien und Berichte über angebliche Paarung von Luchsen mit Hauskatzen zu der Zeit weit verbreitet waren, wurde diese wild-romantische Legende zur Entstehung der Pixie-Bob aufgegriffen und hat sich bei einigen Liebhabern dieser Rasse bis heute gehalten. Aufgrund der unklaren Herkunft bezeichnete Carol Ann Brewer diese Katze selbst als ihre „Legend-Cat“ und sagt:

Es war, als ob es eine Vorsehung war, dass mir diese Rasse gegeben wurde. (Carol Ann Brewer, Quelle: pixiebob.org.uk)

Knapp ein Jahr später, im Januar 1986, nahm Carol Ann Brewer einen weiteren Kater „legendärer“ Herkunft auf, der sich durch seine besondere Größe auszeichnete. Obwohl halb verhungert, soll er knapp 8 kg gewogen und der Züchterin bis zum Knie gereicht haben. Dieser Kater sorgte noch im April desselben Jahres für Nachwuchs mit Maggie, die aus der Nachbarschaft stammte. Carol Ann behielt aus dem Wurf ein weibliches Kitten, dass sie wegen ihrer überirdischen Erscheinung Pixie (Fee) nannte. Die beiden Brüder von Pixie wurden als Liebhabertiere abgegeben

Obwohl Carol Ann weiterhin nach ähnlichen Katzen suchte, konnte sie keine weiteren Tiere mit luchsartiger Erscheinung finden. Ihr wurde klar, dass sie ein Zuchtprogramm starten musste, wenn sie Katzen haben wollte, die ihrer Pixie glichen.

Innerhalb kürzester Zeit wurde mir klar, dass ich es so sehr liebte, in Pixies Gesicht zu schauen, dass ich mir Sorgen darum machte, wie ich ihre Schönheit für immer in meinem Leben behalten könnte. Ich wusste, dass wenn alles in meinem Leben gut geht, Pixie diese Erde vor mir verlassen würde und dass ich etwas sehr Wertvolles für immer verlieren würde, wenn ich nicht etwas tue, um sicherzustellen, dass ich dieses Gesicht noch habe, wenn sie gegangen ist. (Carol Ann Brewer, Quelle: Pixie-bob.org)

Bis 1989 hatte sie einen Standard ausgearbeitet, in dem die typischen Merkmale der Rasse aufgegriffen wurde. Nach dem ersten Kitten, dass von ihren „Legend-Cats“ abstammte, wurde die Rasse Pixie-Bob genannt. Die Rasse basiert stark auf der weiblichen Linie von Pixie und alle Pixie-Bobs haben Pixie als Foundation in ihrem Stammbaum. Noch heute werden Katzen, die direkt auf die „Legend-Cats“ und Pixie zurückgehen in der sogenannten „Blue List“ registriert und Züchter können sich dem FTLOP-Breeding-Programm („For the Love of Pixie“) anschließen

1989 und 1990 wurden weitere drei Tiere dem Zuchtprogramm zugeführt. Weiterhin sind als Outcorss lediglich die sogenannten „Legend Cats TM“ zugelassen. Bei diesem Begriff handelt es sich um ein eingetragenes Warenzeichen des Pixie-Bob-Founding-Boards, mit dem Katzen bezeichnet werden, die in einer bestimmten Region des Nordwestens der USA auftreten (Washington State, British Columbia, Oregon, Nord- bis Zentral-Kalifornien – das Gebiet, in dem die Coastal Red Bobcat lebt) und die typische luchsartige Erscheinung der Pixie-Bob-Foundations haben. Das besondere an diesen Katzen ist, dass Nachkommen aus ihnen und einer Pixie-Bob noch mehr luchsänhliche Merkmale aufweisen sollen als die Eltern selbst. Bis auf eine Manx-Katze gehen alle der über 30 Foundations der Pixie-Bob aus dem Original-Zuchtprogramm auf derartige „legendenumwobene“ Bauernhofkatzen zurück. Der Outcross mit dem Manx-Kater Jamaica brachte übrigens nicht den erhofften Erfolg, da Pixies Kitten in dem Fall nicht die gewünschten Merkmal aufwiesen.

1993 wandte sich Carol Ann Brewer an die TICA („The International Cat Association“), einem der großen Zuchtverbände in den USA, um die Anerkennung der Rasse voranzutreiben. Die TICA führte im darauffolgenden Jahr einige Untersuchungen durch und kam zu dem Schluß, dass es sich bei der Pixie-Bob um eine eigenständige Rasse handelte. 1994 wurde die Rasse auf Ausstellungen zugelassen. 1995 schaffte es eine Vereinigung verschiedener Züchter, die Pixie-Bob durch eine Petition für das nächste Ausstellungsjahr in die „New Color Breed“-Klasse zu wählen. Der volle Championstatus wurde der Pixie-Bob dann aber erst im Jahr 1998 verliehen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Legende, die sich um die Pixie-Bob rankt, allerdings im Grunde schon zerstört. 1995 und 1996 wurden von den Stormant Laboren und dem National Cancer Institute genetische Tests durchgeführt, bei denen die DNA der Pixie-Bob mit der eine Rotluches verglichen wurde. Diese genetischen Test haben gezeigt, dass es keine Verwandschaft zwischen diesen Tieren gibt. Auch Vergleiche mit der DNA der Rohrkatze und der Bengalkatze bzw. Leopardkatze waren negativ. Damit ist die Pixie-Bob genetisch eine reine Hauskatze und weist keine Spuren von Wildkatzen-DNA auf.

Selbstverständlich war die Enttäuschung groß – war doch gerade das Mysterium des wild-romantischen Ursprungs ein entscheidendes Merkmal der Pixie-Bob.

Es stimmt, dass ich all die Jahre über mit ganzem Herzen daran geglaubt habe, dass Luchs-Blut in meinen Katzen […] fließen muss, alleine wegen ihrer Erscheinung und den Umständen, wie ich sie bekommen habe und dass dies in DNA-Tests bewiesen werden würde. Wie auch immer, DNA-Tests haben alles, was ich geglaubt habe, wiederlegt. Nun ist alles was ich habe die „Legende“, die über Jahre in Büchern und Artikeln niedergeschrieben wurde“ (Carol Ann Brewer, Quelle: pixi-bob.org)

Das Bild „Jarnac Bepacific“ wurde von Angie1900 bei Wikipedia unter GNU Free Documentation License zur Verfügung gestellt.

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Kathrin

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