Rassen

Die Geschichte der Somali-Katze

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Verfasst von Kathrin

Die Somali-Katze stellt die langhaarige Variante der bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts gezüchteten Abessiner-Katze dar. Dabei hat die Somali mit Somalia genauso wenig zu tun wie die Abessinierin mit Abessinien. Ihren Namen erhielt die aus den USA stammende Langhaarvariante einfach vom Nachbarland Abessiniens, dem jetzigen Äthiopien, um sie von der kurzhaarigen Cousine abzugrenzen.

Genau lässt sich nicht mehr zurückverfolgen, wann die erste Somali auftauchte. Einige Züchter nehmen an, dass es sich bei dem Langhaar-Gen der Somali um eine eigenständige Mutation handelt, die ihren Ursprung in der reinen Abessiner-Katze hat. Der Genetikexperte Don Shaw veröffentlichte 1974 eine Theorie, nach der die Somali nicht den für die Ausprägung von Langhaar notwendigen für das rezessive Merkmale Langhaarigkeit reinerbigen Genotyp aufweisen.

„Diese ‚langhaarigen Katzen‘ tragen möglicherweise das l-Allel nicht homozygot und haben trotzdem ein halblanghaariges Fell. Wie kann das sein? Nun, die Abessiner sind für Ihr ‚doppeltes Fell‘ bekannt…Die genetischen Faktoren, die für dieses Fell verantwortlich sind, stellen eine komplexe Kombination verschiedener Modifikatoren dar, die die Länge der Haare vergrößern. Wenn diese Modifikatoren reinerbig vorliegen, können sie im Extremfall das längere Fell, sehr weiches, seidiges Körperhaar und einen buschigen Schwanz ausprägen. Ist dies reproduzierbar? Ja, sicherlich ist es das, wenn man sinnvolle Selektion betreibt.“ (CATS, Mai 1974, zitiert nach Somali Cat Club of America)

Genetische Untersuchungen legen dagegen die Vermutung nahe, dass Englische Abessiner-Züchter in der Zeit nach den Weltkriegen, als die Zuchtbestände empfindlich geschrumpft waren, auch langhaarige Katzen in ihren Zuchtprogrammen einsetzten und so das Langhaar-Gen in die Abessiner-Zucht eingeführt wurde.

Der erste dokumentierte Vorfahre der Somali scheint 1942 aufgetaucht zu sein, als ein Matrose eine Schiffskatze, die das Aussehen einer Abessinierkatze hatte, nach England brachte. Eine der Töchter dieser Katze wurde der englischen Züchterin Janet C. Robertson geschenkt, welche dieser den Namen Mrs. Mews gab. Mrs. Mews bekam zwei Kitten: Roverdale Purrkins, der als Abessiner registriert wurden, und einen schwarzen, unregistrierten Kater. Purrkins wurde der Stammvater der Roverdale Catters von Janet Robertson, von wo aus Katzen ins restliche Europa, Kanada, Australien, Neuseeland und die USA exportiert wurden.

Einer der Nachfahren von Roverdale Purrkins war Raby Chuffa of Selene, ein Abessiner-Kater, die 1953 von England in die USA exportiert wurde. Er wird als der Urvater der Somali in den USA angesehen und die Stammbäume vieler Somali aus US-Linien können bis Raby Chuffa zurückverfolgt werden. In seiner Nachkommenschaft traten besonders viele langhaarige Kitten auf, die allerdings zunächst unerwünscht waren. Die Abessiner-Züchter sortierten diese Katzen aus, verärgert darüber, dass ihre Bemühungen, die Abessiner-Typ in den US-Linien zu festigen, durch die langhaarigen Kitten gestört wurden. Langhaarige Kitten galten als Zeichen dafür, dass eine Linie nicht „rein abessinisch“ war und wurden daher lange Zeit totgeschwiegen.

1967 begann die Abessinierzüchterin Evelyn Mague, begeistert von der Schönheit der langhaarigen Abessinier, diese gezielt zu züchten, was auf großen Widerstand bei den anderen Abessinierzüchtern stieß. Sie entdeckte 1967 in dem Tierheim, in dem sie als freiwillige Helferin arbeitete, den Asylkater George. Nachforschungen ergaben zu ihrer Überraschung, daß beide Eltern in ihrer eigenen Zucht lebten. Sie wurde angefeindet und sogar angegriffen, während sie ihre katzen auf Shows präsentierte:

Meine gute Freudin Frances Taft, wahrscheinlich eine der ältesten Abessiner-Züchterinen des Landes zu der Zeit, mit Sicherheit aber die Inhaberin der größten Cattery, griff meine Lynn-Lee´s Pollyanna an, während ich sie präsentierte. Sie sagt, langhaarige Abessiner würden nur über ihre Leiche anerkannt werden, was trauriger Weise auch der Fall war.

Anfang der 70er Jahre begann die Zusammenarbeit von Evelyn Mague und Don Richings, einem kanadischen Züchter. Die Linien von Richings gingen zurück auf Ken McGills Cattery Dunedin, dessen Tiere allerdings eine Leukämi-Epedemie zum Opfer fielen.

Am 3. Januar 1972 fiel der erste reine Langhaarwurf in Evelyn Mague Lynn-Lee Cattery, was sie zum Anlass nahm, den Somali Cat Club of America zu gründen, um für die Anerkennung der neuen Rasse zu kämpfen. Erst 1979 erhielt die Rasse den Championstatus und damit die offizielle Anerkennung durch die Cat Fanciers Association. In Europa wurden Somalis dann 1982 durch die Fédération Internationale Féline anerkannt.

Die Geschichte der Somali aus der Sicht von Evelyn Mague kann man beim Somali Cat Club of America nachlesen.

Das Bild „Vega poseuse“ wurde bei Wikipedia Frankreich unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

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Kathrin

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