Der letzte schwere Gang - Einschläfern
Die Entscheidung, eine Katze durch Einschläfern von Schmerzen, Behinderung oder ein Dasein ohne Lebensqualität zu erlösen, ist nie eine einfache. Einerseits möchte man seinem Freund ein langes Leben ermöglichen, andererseits ihm aber unnötiges Leiden ersparen. Da uns unsere Tiere nicht mitteilen können, wie viel Lebenswille noch in ihnen steckt und gerade Katzen Meister im Verbergen von Schmerzen sind, ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts für diese Entscheidung unglaublich schwer. Keiner kann einem diese Entscheidung abnehmen, selbst der Tierarzt nicht.
Ist die Entscheidung für eine Euthanasie aber letztlich gefallen, gibt es einige Punkte, über die man sich vorher informieren sollte. Dazu gehört unter anderem auch die Wahl des richtigen Mittels.
Eutha77
Bei Vetion wird das Einschläfern einer Katze wie folgt beschrieben:
Möglichkeiten der Sedation: Ketamin (10mg/kg KM) und Acepromazin (0,1mg/kg KM) in einer Mischspritze (i.m.).
Idealerweise intravenöse Injektion eines Barbiturates (v.a. Pentobarbital, mind. 66mg/kg KM). Die voraus gehende Injektion eines Neuroleptikums (Acetyl-, Propionylpromazin, 1mg/kg i.v.) hilft das Auftreten von Exzitationen zu verhindern. Wenn keine intravenöse Injektion möglich ist kann ein Barbiturat intramuskulär injiziert werden.
Nach kurzer Wartezeit folgt dann die intravenöse, intracardiale oder eventuell eine intraperitoneale Barbituratinjektion. Dabei ist zu beachten, dass eine anschließende pathologische Untersuchung in diesem Bereich nicht mehr möglich ist. Die intracardiale Injekton wird mit einer 4cm langen Einmalkanüle (1,2×38mm, rosa) zwischen der 5. und 6. Rippe der an der rechten Thoraxwand in Höhe der Rippenfuge (d.h. an der stehenden Katze genau über dem Ellenbogenhöcker) vorgenommen. Zum leichteren Auffinden des Punktes von der 13. Rippe an rückwärts zählen.
In diesem Artikel wird die Verwendung eines Barbiturates, des sogenannten Pentobarbital, beschrieben. Pentobarbital ist unter dem Handelsnamen Eutha77 oder Esconarkon erhältlich. Vor der Gabe des Barbiturates kann ein Neuroleptikum verabreicht werden, um Eregungszustände zu vermeiden. Hierbei ist zu beachten, dass durch die Wirkung der Sedativa das Zentralnervensystem von dem Narkosemittel langsamer erreicht und die Sterbephase verlängert wird. Das Barbiturat wird dann zweimal verabreicht: einmal intravenös (in eine Vene) bzw. intramuskulär (in einen Muskel) und ein zweites Mal intravenös, intracardial (ins Herz) oder intraperitoneal (in den Bauchraum). Das Tier fällt schnell in einen tiefen Schlaf, der bei Warmblütern rasch, schmerz- und reflexlos und ohne Exzitationen in den Tod durch Herz- und Atemstillstand übergeht.
T61
Ein weiteres Mittel, das bei der Euthanasie von Tieren eingesetzt wird und das sehr umstritten ist, ist T61, das ein Kombinationspräparat aus verschiedenen Stoffen ist.
- Embutramid tritt durch die Blut-Hirn-Schranke und bewirkt eine lange und tiefe Hypnose und wirkt sehr stark dämpfend auf das Atemzentrum im Hirnstamm.
- Das im Kombinationspräparat enthaltene Muskelrelaxans Mebezonium bewirkt an der motorischen Endplatte eine Dauerdepolarisation. In Abhängigkeit von der Dosis weden zunächst die Gliedmassen, dann die Rumpf- und Atemmuskulatur gelähmt.
- Tetracain ist ein Lokalanästhetikum und verhindert eine lokale Schmerzreaktion.
Durch diese Kombination soll ein sofortiger Bewusstseinsverlust, Atem- und Herzstillstand hervorgerufen werden. Problematisch an dieser Mischung unterschiedlicher Stoffe ist aber, dass die Wirkung in der richtigen Reihenfolge einsetzen muss. Daher sollte T61 immer intravenöse verabreicht werden. Intrapulmonal und intrakardial sollte T61 nur an bewusstlose (narkotisierte) Tiere verabreicht werden, um ein unter ungünstigen Umständen mögliches Ersticken bei Bewusstsein auszuschliessen.
Tiere, die bei Bewusstsein sind, können auf die Applikation von T 61 mit Erstickungsanfällen, Angst, Schmerz, starkem Unbehagen, qualvollen Lautäusserungen und Exzitationen reagieren, insbesondere unter ungünstigen Resorptionsbedingungen (moribunde Tiere, Ap-plikationsfehler, pulmonale Applikation).
Daher muss T61 immer (zur Sicherheit auch bei intravenöser Injektion) in Verbindung mit einer vorangehenden Narkose eingesetzt werden.
Fazit
Grundsätzlich ist von der Verwendung von T61 abzuraten. Das Mittel der Wahl sollte Eutha77 sein. Berichte darüber, daß eine humane Tötung mit Eutha 77 schweren Komplikationen ablief, konnte in keinem einzigen Fall belegt werden und stellte sich entweder als Verwechslung heraus oder es war eine bewußte Falschaussage. (Quelle: http://www.pferde-euthanasie.de/mittel.html)
Ich wünsche allen, die sich mit diesem traurigen Thema auseinandersetzen müssen, viel Kraft!
Das Bild “Grave Cat” wurde von polandeze bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.




