Verhalten

Wenn die Katze stribt: Darf man Tiere im Garten bestatten?

Auch wenn die Anzahl professioneller Bestattungsunternehmen für Tiere immer weiter steigt, haben viele Menschen den Wunsch, Ihr Haustier ganz in Ihrer Nähe im eigenen Garten zu begraben. Hierbei kommt immer wieder die Frage auf, ob das denn überhaupt erlaubt sei – und leider finder man nicht unbedingt eindeutige Antworten.

Dabei ist die Bestattgung von Tieren im Tierkörperbeseitungsgesetz klar mitgeregelt. Im Gesetzestext heißt es:

§ 8 Ausnahmen

(3) Die zuständige Behörde kann

2. im Einzelfall aus besonderen Gründen eine anderweitige Beseitigung, insbesondere durch Vergraben, außerhalb von Tierkörperbeseitigungsanstalten zulassen, wenn dabei der Grundsatz des § 3 gewahrt bleibt.

Der § 3 besagt:

(1) Tierkörper, Tierkörperteile und Erzeugnisse sind so zu beseitigen, dass

1. die Gesundheit von Mensch und Tier nicht durch Erreger übertragbarer Krankheiten oder toxische Stoffe gefährdet,

2. Gewässer, Boden und Futtermittel durch Erreger übertragbarer Krankheiten oder toxische Stoffe nicht verunreinigt,

3. schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes nicht herbeigeführt,

4. die öffentliche Sicherheit und Ordnung sonst nicht gefährdet oder gestört werden. Die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie des Städtebaues sind bei Errichtung und Betrieb von Tierkörperbeseitigungsanstalten zu wahren.

(2) Bei der Beseitigung in Tierkörperbeseitigungsanstalten dürfen Erzeugnisse zum Genuss für Menschen nicht gewonnen werden.

Was bedeutet das jetzt im Klartext?

Grundsätzlich muss man einen Antrag beim Verterinäramt stellen, um eine Genehmigung für die Bestattung des Tieres im eigenen Garten zu erhalten. Voraussetzung für die Genehmigung ist, dass das Tier nicht an einer meldepflichtigen Krankheit erkrankt war oder mit toxischen Stoffen belastet ist. Der Garten, in dem das Tier begraben wird, darf nicht in einem Wasserschutzgebiet liegen und es muss ein Mindestabstand zu öffentlichen Wegen und Plätzen eingehalten werden.

Eine Ausnahem bildet hier das Bundesland Bremen, wo aufgrund des hohen Grundwasserstandes und der hohen Siedlungsdicht nur Vögel und Kleinnager im Garten begraben werden dürfen (Tierheim Lahr)

Über den Autor

Kathrin

2 Kommentare

  • Es gibt jedoch noch den Artikel 5:
    § 5 Beseitigung von Tierkörpern
    (1) In Tierkörperbeseitigungsanstalten sind zu beseitigen
    1. Körper von Einhufern, Klauentieren, Hunden, Katzen, Geflügel, Kaninchen und Edelpelztieren, die sich im Haus, Betrieb oder sonst im Besitz des Menschen befinden,
    2. Körper von Tieren, die in Zoologischen Gärten oder ähnlichen Einrichtungen sowie in Tierhandlungen gehalten werden,
    3. herrenlose Tierkörper der in Nummer 1 genannten Tierarten, ausgenommen solche von frei lebendem Wild.
    Dies gilt auch für Körper anderer Tiere, einschließlich solcher von frei lebendem Wild, soweit es zur Wahrung des Grundsatzes des § 3 erforderlich ist und die zuständige Behörde dies anordnet. Vor der Beseitigung dürfen Tierkörper zu diagnostischen Untersuchungen in tierärztliche Untersuchungsanstalten verbracht werden.

    (2) Absatz 1 Satz 1 gilt nicht für einzelne Körper von Hunden, Katzen, Ferkeln, Kaninchen, unter vier Wochen alten Schaf- und Ziegenlämmern sowie einzelne Körper von Geflügel oder in Tierhandlungen gehaltenen Kleintieren und Vögeln, die auf geeigneten und von der zuständigen Behörde hierfür besonders zugelassenen Plätzen oder auf eigenem Gelände, jedoch nicht in Wasserschutzgebieten und nicht in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze, vergraben oder in dafür zugelassenen Abfallbeseitigungsanlagen verbrannt werden. Die Tierkörper müssen so vergraben werden, dass sie mit einer ausreichenden, mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht, gemessen vom Rande der Grube an, bedeckt sind. § 26 Abs. 2, die §§ 32b und 34 Abs. 2 des Wasserhaushaltsgesetzes bleiben unberührt.

    §8 und §5 berühren sich nicht – die Ausnahmeregelungen bzw. eine Genehmigung gilt somit nicht für die meisten Haustiere und man darf sein Tier im Garten vergraben.

  • Hallo,

    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Leider wissen die wenigsten, dass es gar nicht mehr erlaubt ist ohne vorherige Rücksprache Tiere im Garten zu beerdigen.

    Aber wo kein Kläger da auch kein Richter 🙂

    Gruß
    Ralf S.

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