Verhalten

Katzen fallen immer auf die Füsse – oder?

Katzen fallen immer auf die Füsse - oder? | Katzencontent
Verfasst von Kathrin

Eine Volksweisheit besagt, dass Katzen immer auf die Füsse fallen. Eine Behauptung, die dann, wenn man sie mit der ebenfalls sehr weisen Aussage, das Brot immer auf die Butterseite falle, zu äußerst interessanten Spekulationen führt. Ich empfehle dazu katze-oder-butter. Aber was ist dran an der sicher fallenden Katze? Katzen verfügen über einen Reflex, der ihnen hilft, sich im Fall für den Aufprall optimal auszurichten. Dieser Umdrehreflex sorgt dafür, dass die Katze sich innerhalb kurzer Zeit im Fall vom Rücken auf die Pfoten zu drehen. Dabei rudert die Katze zunächst mit dem ausgestreckten Schwanz, um den Fall zu bremsen. Als nächstes wendet sie den Kopf. Die Drehbewegung setzt sich ruckartig in den Vorderkörper fort, der nachdreht. Zuletzt wird mit Hilfe des Schwanzes der hintere Teil des Körpers in die richtige Position gebracht. Da Drehimpulse im freien Fall erhalten bleiben, muss die Katze während dieses Manövers mit einer gegenläufigen Bewegung des jeweils anderen Körperendes gegensteuern. Und das alles in Sekundenbruchteilen und auf einer Fallstrecke von weniger als einem Meter. Selbstverständlich wird diese Körperdrehung nicht bewusst ausgeführt – das würde viel zu lange dauern. Vielmehr wird die Bewegung über schnelle reflektorische Nervenbahnen gesteuert. Dieser Umdrehreflex entwickelt sich bei der Katze bereits im Alter von wenigen Wochen. Der Körperbau der Katze tut ein Übriges, um einen Sturz abzumildern, denn er stellt eine optimale Kombination aus dehnbaren Muskeln und Sehen und stabilen Knochen dar. Durch die elastischen Elemente wird Bewegungsenergie aufgenommen, während die stabilen Teile empfindliche Organe vor der Verformung schützen. Katzen verfügen also schon einmal über die Grundvoraussetzungen, auf die Pfoten zu fallen, solange die Fallhöhe ein Drehmanöver erlaubt. Bei einem Fall vom Couchtisch kann sich selbst die schnellste Katze nicht mehr umdrehen. Bei größeren Höhen wie zum Beispiel einem Fall aus einem Hochhaus ist dann die Frage, ob die Katze den Fall unverletzt übersteht. 1987 wird im Journal of the American Veterinary Medical Association berichtet, dass von 132 New Yorker Katzen bei einer durchschnittlichen Fallhöhe von 5,5 Stockwerken 90 Prozent den Sturz, wenn auch teilweise schwer verletzt, überlebten. Die Zahlen beziehen sich allerdings nur auf Katzen, die in eine Tierklinik eingeliefert wurden und somit verzerrt, da Katzen, die sofort nach dem Sturz tot waren, nicht mehr in die Klinik gebracht wurden und somit gar nicht in der Statistik enthalten sind. Zudem ist die Berichterstattung in den Medien in Richtung von Katzen verzerrt, die Stürze aus großen Höhen überlebt haben. Denn wer würde schon über eine Katze berichten, die bei einem Sturz aus dem siebenten Stockwerk stirbt? Wobei das siebenten Stockwerk für Katzenstürze eine magische Zahl zu sein scheint. Denn wäh-rend bis dahin die Überlebenschance der stürzenden Katze mit zunehmender Stockwerkzahl sinkt, steigt sie danach wieder. Grund hierfür ist, dass ab einer bestimmten Falldauer der Luftwiderstand die Fallbeschleunigung aufwiegt. Bei Katzen liegt die Grenzgeschwindigkeit, bei der dies geschieht, bei ca. 100 Km/h. Für den Menschen steht es da übrigens weniger gut: bei ihm liegt die Grenzgeschwindigkeit bei 200 km/h. Auf längeren Fallstrecken kann sich die Katze also in optimaler Fallposition ausrichten, diese stabilisieren und dann auf allen Vieren landen. Allerdings gibt es noch einen Faktor, der entscheidend dafür sein kann, ob eine Katze einen Sturz aus großer Höher unverletzt überlebt oder nicht: der Füllungszustand der Blase. Stürzt nämlich eine Katze mit einer prall gefüllten Blase, deren höchste Dehnung erreicht ist, kann die Blase ähnlich einem mit Wasser gefüllten Ballon platzen. Es kommt dann zu schweren inneren Blutungen, an denen die Katze Sterben kann Also: besser keine Selbstversuche mit stürzenden Katzen! Das Bild „Boris flies“ wurde von polandeze bei Flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

Über den Autor

Kathrin

1 Kommentar

  • Gerade nur kurz die Überschrift gelesen und gedacht: Ha, da kann ich in einem Kommentar geschickt Schleichwerbung für meine Seite machen. Und was seh ich im ersten Absatz: ist schon verlinkt 😉

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