Ernährung

Futterkunde Teil 1 – Trockenfutter

Futterkunde Teil 1 - Trockenfutter | Katzencontent
Verfasst von Kathrin
Dieser Artikel ist Teil 1 von 4 der Setie Futterkunde

Im ersten Teil der Futterkunde möchte ich mich mit dem Thema Trockenfutter beschäftigen. Wie unterscheidet sich die Packung Brekkies aus dem Supermarkt von teuren Hill´s Premiumfutter aus dem Zooladen? Worauf sollte man bei der Futterauswahl achten? Und warum ist das eine besser oder schlechter als das andere?

„Supermarktfutter“

Die qualitativ einfachster (man könnte auch sagen minderwertigste) Futtersorte stellt das Futter dar, das man in jedem Supermarkt kaufen kann. Typische Futter dieser Kategorie sind zum Beispiel Whiskas Trockennahrung, Felix Knuspermenü, Kittekat Trockenfutter oder Brekkies Trockenfutter. Inzwischen habe viele dieser Hersteller auch andere Linien mit höherwertigerem Futter herausgebracht, das teilweise ebenfalls in Supermärkten erhältlich ist. Die alte Faustregel „Futter aus dem Supermarkt ist minderwertig“ gilt also so nicht mehr.

Ein deutliches Zeichen dafür, dass es sich um ein Futter niedrigster Qualität handelt, ist der Zusatz „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ in der Zutatenliste. In Deutschland fällt unter diese Bezeichnung alles, was bei der Tierkörperverwertung anfällt, wobei insbesondere tierische Nebenerzeugnisse Schlachtabfälle wie Haut, Schwarte, Hufe, Federn, Hörner, Wolle, Lunge, Gebärmutter, Hoden und alle anderen, minderwertiges Eiweiß enthaltene bindegewebsreiche Abfälle sein können. In welchem Anteil derartige Nebenerzeugnisse beigemischt werden, kann aus der Angabe „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ nicht entnommen werden.

Man sollte sich hierbei nicht durch Angaben wie zum Beispiel „mind. 4% Kaninchen“ täuschen lassen. Die Angabe bezieht sich auf den Anteil, den das bezeichnete Fleisch an der Menge an Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen hat. Und es gibt keinerlei Aufschluß darüber, um was für Kaninchenzutaten es sich handelt. Unter diesem Etikett können nämlich durchaus auch Nebenerzeugnisse vom Kaninchen wie zum Beispiel Haare, Hirn, Lunge oder Därme bezeichnet werden.

Problematisch für die Ernährung der Katze ist dabei nicht, dass derartige Inhaltsstoffe uns Menschen unappetitlich erscheinen. Der Nachteil derartige Schlachtabfälle besteht darin, dass sie vor allem schwer verdauliche Eiweiße enthalten, die von der Katze nicht erschlossen werden können.

Premiumfutter

Sogenannte Premiumfuttersorten sind in der Regel nicht im Supermarkt, sondern nur in Tierfachgeschäften zu beziehen. Typische Premiumfuttersorten sind zum Beispiel Hill´s Science Plan Feline Adult, Royal Canin mature 28 oder ähnliche. Premiumfuttersorten zeichnen sich durch einen höheren Anteil an reinem Muskelfleisch und damit an höherwertigem Eiweiß aus. Statt dem allgemeinen „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ finden sich bei Premiumfuttersorten genauere Angaben, die Rückschlüsse auf die Herkunft und die Qualität des Fleischs erlauben.

Ein wichtiger Hinweis: Nur bei Bezeichnungen von Fleischsorten, die auch das Wort „Fleisch“ enthalten, handelt es sich um reiner Muskelfleisch. Das heißt, dass die Begriffe „Huhn“ und „Hühnermehl“ sowohl Hühnerfleisch als auch Hühnernebenerzeugnisse bezeichnen, während die Begriffe „Hühner-fleisch“ und „Hühnerfleischmehl“ sich tatsächlich auf Muskelfleisch beziehen. In der Regel hat Premiumfutter eine höhere Nährstoffdichte als minderwertigere Futtermarken, so dass Katzen eine geringere Futtermenge benötigen.

Holistische Futtersorten

Holistische Futtersorten zeichnen sich dadurch aus, dass sie frei von Konservierungsstoffen, Farbstoffen und Lockmitteln sind. In der Regel enthalten holisitische Futtersorten noch weniger bis gar keine Nebenerzeugnisse, sind klar deklariert, allergenarm und mit natürlichen Zusätzen wie Kräutern, hochwertigen Ölen, Gemüse oder Fruchtextrakten angereichert.

Die ersten holistischen Futtersorten wurden von alternativen Herstellern angeboten, die nicht Teil der großen Futtermittelkonzernen wie Waltham, Hill´s Pet Nutrition oder Masterfoods waren. Zu diesen Anbietern gehören unter anderem Felidae, Pronovita (früher Innova) und Almonature. Auch wenn einige Klassiker der holisitischen Premiumfutter mittlerweile im Fachhandel erhältlich sind (z.B. Almonature), können viele Sorten immer noch nur über das Internet oder in hoch spezialisier-ten Fachgeschäften bezogen werden.

Inzwischen stellen auch die großen Konzerne Premiumfuttersorten mit holistischer Anmutung her wie zum Beispiel Hill´s Nature´s Best oder Royal Canin Pure Feline.

Ein Vergleich lohnt sich übrigens, da holistische Futtersorten nicht unbedingt teurer sein müssen als die herkömmlichen Premiumfuttersorten:

Für 7,5 kg Pronovita bezahle ich bei Petsnature 34,50 EUR, also 4,60 EUR pro Kilo. Für Hill´s Feline Adult zahlt man im 10 Kg Sack bei Zooplus 6 EUR pro Kilogramm.

 

 

Einkaufstipps

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www.zooplus.de - Mein Haustiershop

Das Bild „Our Cat“ wurde von irrational cat bei flickr unter Creative Commons Lizenz zur Verfügung gestellt.

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Über den Autor

Kathrin

1 Kommentar

  • Die Behauptung, dass sich sog. „Premiumfuttersorten“ durch einen höheren Anteil an reinem Muskelfleisch und damit an höherwertigem Eiweiß auszeichnen, kann ich so nicht nachvollziehen. Meiner Meinung nach, ist Royal Canin & Co. genauso minderwertig wie Whiskas.
    Das im Artikel erwähnte „Mature 28“ von Royal Canin enhält laut der Inhaltsangabe Mais, Maiskleberfutter, Tierfett, Geflügelmehl, … (in dieser Reihenfolge). Da die Inhaltsstoffe mengenmäßig absteigend geordnet sind, ist also mehr Mais, Maiskleber und Tierfett als Geflügelmehl enhalten. Wohlgemerkt Geflügelmehl und kein GeflügelFLEISCHmehl, also nichtmal reines Muskelfleisch, wie im Artikel behauptet.

    Wer seiner Katze wirklich etwas Gutes tun will greift auf die im Artikel erwähnten holistischen Futtermittel zurück oder – noch besser – füttert roh (BARF).

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