Verhalten

Das Schnurren der Katze

Und vor allem: wie schnurren Katzen? Diesen Fragen wollen wir mal nachgehen…

Wie das Schnurren entsteht

Dazu gibt es viele Theorien. Leider konnten sich Wissenschaftlich bis heute nicht auf eine einigen. Klar ist nur, dass Theorie Nummer Eins wohl die unwahrscheinlischste ist. Derzufolge nahm man nämlich an, dass das Schnurren durch Blutwallungen in der hinteren Hohlvene der Katze entsteht, die auf ihrem Weg zum Herzen das Zwerchfell durchläuft. An dieser Stelle soll es durch Muskelbewegungen des Zwerchfells zu Verengungen kommen, die Verwirbelungen im Blut verursachen. Die entstehenden Vibration wird dann durch Kehlkopf und Stimmbänder verstärkt. Diese Theorie ist wenig plausibel, da dann auch andere Säugetiere, bei denen die hintere Hohlvene ähnlich liegt, schnurren können. Wie wir wissen, können aber eben nur Katzen schnurren.

Nach einer zweiten Theorie sollen die falschen Stimmbänder der Katze – zwei Hautfalten, die hinter den echten Stimmbändern liegen – das Schnurren verursachen, wenn sie beim Atmen in Schwingung geraten. Auch diese Theorie bietet keine gute Erklärung für das Schnurren, da sich die Schnurrfrequenz beim Atmen nicht ändert. Lediglich die Lautstärke des Schnurrens ist vond er jeweiligen Atemphase abhängig.

Eine dritte Theorie besagt, dass das verknöcherte Zungenbein der Katzen für das Schnurren verantwortlich ist. Das Zungenbein verbindet die Zunge mit dem Schädelknochen und soll durch Reibung bei der Atmung das Schnurren erzeugen. Diese Theorie kann eine Erklärung dafür bieten, warum Großkatzen nur beim Ausatmen Schnurren können.

Am besten wird das Schnurr-Phänomen durch die dritte Theorie erklärt, nach der das Schnurren durch schnelle Kontraktionen der Kehlkopfmuskulatur und des Zwerchfells ensteht. Durch die Kontraktion wird die Atemluft in der Stimmritze in eine niederfrequente Schwinung von 27 bis 44 Hertz versetzt – das Schnurren.

Wer kann Schnurren?

Schnurren können lediglich Vertreter der Felidae Familie, zu der auch unsere Hauskatze (Felis Catus) gehört. Auch der Gepard, der Luchs, der Eurasische Luchs, der Puma und die Widkatze schnurren. Großkatzen der Panterhinae-Unterfamilie, wie zum Beispiel der Löwe, Leopard und Tiger können nicht schnurren (siehe Peters, G. Purring and similar vocalizations in mammals. Mammal Review, v32, Dec. 2002: 245-271.) . Während das Schnurren von Hauskatzen im Frequenzbereich von 27-44 Herzt liegt, schnurren andere Katzenarten übrigens in anderen Frequenszbereichen.

Wann wird geschnurrt?

Katzen schnurren im allgemeinen dann, wenn sie sich wohlfühlen. Allerdings nutzen Katzen den beruhigenden Effekt, den das Schnurren auf sie selbst hat, auch um sich zu beruhigen. Gerade dann, wenn Katzen sehr verängstigt sind oder starke Schmerzen verspüren, fangen sie unter Umständen an zu Schnurren. Das ist auch der Grund, warum Mushi garantiert dann zum lautesten Schnurren ansetzt, wenn der Tierarzt ihr gerade das Stethoskop auf die Brust setzt, um sie abzuhören.

Was bewirkt das Schnurren?

Neuere neurowissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass beim Schnurren Endorphine im Gehirn freigesetzt werden, die vom Aufbau her Morphinen sehr ähnlich sind. Man bezeichnet Endorphin daher manchmal auch etwas leger als körpereigene Morphine. Beim Menschen sind Endorphine eng mit dem Empfinden von Glück verknüpft. Möglicherweise lösen Katzen mit Schnurren in Streßsituationen einen ausgleichend wirkenden Endorphinausstoß aus.

Auch ein positiver Effekt auf den Menschen konnte inzwischen nachgewiesen werden (wie immer sind solche Untersuchungserbnisse aber natürlich umstrittten!). Am Fauna Communications Research Institute in Hillsborough, North Carolina USA, konnten Forscher einen positiven Effekt der Tonfrequenz, in der Katzen schnurren, auf das Knochenwachstum nachweisen. Darüber hinaus sind inzwischen positive Effekte des Katzenschnurren im EEG, EKG und Thermogramm gezeigt worden (Quelle)

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Kathrin

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